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Full text: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 2)

Kunstförderung 
sah und ernstlich 
vermeinte, durch 
Nachbildungen 
Schule machen 
zu können, ist die 
deut1ichsteTren- 
nung eingetreten 
zwischen denZie- 
len der Kunst- 
wissenschaftund 
der praktischen 
Betätigung auf 
dem Gebiet der 
Kunst. 
je mehr sich 
in den Kreisen 
der Schaffenden 
das Bewußtsein 
errungener Fä- 
higkeiten festigte, 
je mehr sich die 
Bedürfnisse der 
Zeit durchsetzten 
und zu ihrem 
Rechte gelang- 
ten, desto klarer 
wurde auch für 
die zusammen- 
fassenden Dar- 
stellungen der 
Kunstwissen- 
schaft das Arbeitsfeld umgrenzt. Man suchte immer mehr die Wandlungen 
des Geschmacks nicht bloß als Änderungen formaler Erscheinung aufzu- 
fassen; man vertiefte die Erkenntnis vom Zusammenhang der Kultur jeder 
Epoche mit ihrer künstlerischen Äußerung. 
Das Gebiet des Kunstgewerbes ist besonders dankbar für den Nachweis 
solcher Zusammenhänge. Es bleibt in steter Wechselwirkung mit den Be- 
dürfnissen des Tages und der Örtlichkeiten, der Lebensgewohnheiten und 
Sitten, abhängig von dem Entwicklungsstadium der technischen Fertigkeiten, 
der Materialkenntnis und Materialbeherrschung. 
So ist die angewandte Kunst durch einen großen Reichtum an Doku- 
menten aller Perioden ein besonders feiner Fühlhebel geworden für die Be- 
urteilung vergangener Epochen. Wie trefflich wissen uns die reichen Funde 
Abb. 17. Lubereck, Ofen im Kabinett 2x des ersten Stockwerkes
	        
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