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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 2)

Abb. 6. Loschitzer Steinzeugbecher mit

Silberfassung (Sammlung Figdor)



Abb. 7. Loschitzer Sxeinzeugbecher {Burg

Kreuzenstein)



Loschitzer Bürgern einen Meierhof samt den dazugehörigen Wiesen. Einen

neuen Herrn erhielt die Stadt in Prokop Podstatsky von Prusinowitz, der es

1546 von Wenzel Haugwitz kaufte. Im Jahre I 585 vollzog sich der Anschluß

der Stadt an Mährisch-Neustadt. Heinrich Podstatsky erhielt hiefür 6000

Schock böhmischer Groschen : x4.ooo Gulden rheinisch, wozu die Stadt

Loschitz 4600 Gulden beisteuern mußte.

Die Loschitzer Trinkbecher repräsentieren eine streng mittelalterliche

Gefäßform, für deren Gangbarkeit ich die erste Hälfte des XV. Jahrhunderts

annehmen möchte. Dann würde ihre Entstehung in die Zeit fallen, da das

Haus Kunstat-Podiebrad im Besitze der Stadt war. Becher mit vier und mehr

henkelartigen Ansätzen, die wohl lediglich der Ausschmückung des Gefäßes

dienen, treten im XV. Jahrhundert auch anderen Ortes auf. Petrus Christus,

von 1446 bis 1467 nachweisbar tätig in Brügge, verwendete einen viermal

gehenkelten Becher auf seinem Tafelbilde „Mariens Verkündigung" (Abb. 5).

Der Altarschrein, zu dem diese Tafel gehörte, stammt aus der Kirche zu

Burgos und ist heute im Besitz der königlichen Galerie zu Berlin. Der dargestellte

 Becher ist Flämisch-rheinischer Herkunft, seine Masse braun glasiertes

 Steinzeug, die engere Provenienz vermutlich Raeren. Wir haben ihn

hier somit lediglich als Vergleichsmaterial herangezogen. Gotische Ringelbecher

 sind weiters für die Betriebe in Siegburg nachgewiesen. Bieten also

die Loschitzer Becher hinsichtlich ihrer Form nichts Besonderes, so treten

sie doch durch die Eigentümlichkeit, daß die ganze Wandung mit Blasen

bedeckt ist, als spezifische Erzeugnisse eines Ortes in den Vordergrund. Wie
            
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