Mit Phyfes und seiner Zeitgenossen
Arbeiten schließt die Kolonialperiode
und mit ihr die Periode
der individuellen Möbelarbeiter Nordamerikas.
Es folgte nun, durch den
Maschinenbetrieb hervorgerufen, eine
Massenproduktion, die hier einen
enormen Umfang erreichte, qualitativ
aber sehr minderwertig war. Erst in
neuerer Zeit kommt die individuelle
Kunst wieder zur Geltung.
In der Hudson-Fulton-Ausstellung
Fiel vor allem auf, daß die Arbeiten,
die allgemein als „Kolonialmöbel"
bezeichnet werden, durchaus nicht
die Möbelproduktion der Kolonialzeit
decken. Es ist hier seit kurzem Mode
geworden, die Wohnungen mit Möbeln im „Kolonialstil" einzurichten. Was
man aber darunter versteht, ist fast ausschließlich die vereinfachte Nachahmung
der Sheraton- und Heppelwhite-Stile. Die Stilarten der Kolonialzeit
greifen aber bis zur elisabethinischen Periode zurück.
Man hat hier in der Kolonialzeit die europäischen Vorbilder vereinfacht.
Das bedingten teilweise schon die ökonomischen Verhältnisse. Auch haben
die amerikanischen Holzarten eine Verschiedenheit der Behandlung und
des Ornaments verlangt. Es haben hier aber auch manche Formen eine
Weiterbildung erfahren, die in Europa nicht erfolgte.
Das einfachste Möbelstück der Ausstellung war das lange „TischbretW,
ein Tisch aus der frühesten Kolonialzeit, dessen Platte auf drei einfachen
Böcken ruht, die durch eine starke Querleiste verbunden sind. Da diese A11
von Tischen durch Bolzen zusammengefügt
war, so konnten sie leicht
zerlegt werden. Das ist denn auch
gewöhnlich, wenn sie nicht in Gebrauch
waren, geschehen. Man hat
dann, um im Zimmer mehr Raum
zu bekommen, die Böcke aneinander
geschoben und die Platte an die
Wand gelehnt. Mit dem Tische harmonierte
auch die übrige primitive
Wohnungseinrichtung der ersten
Ansiedler, auch Schüsseln, Teller
und Löffel waren aus Holz verfertigt.
Die ersten Kolonisten haben viel-
Hudson-Fulton-Aussiellung in Newyork. Kommode
aus Eichenholz, XVII. ]ahrhundert
Hudson-Fulton-Ausstellung in Newyork. Truhe aus _ _
ConnecticunXVlI. jahrhundert fach aus der alten Heimat allerlei