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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 3)

Mit Phyfes und seiner Zeitgenossen

 Arbeiten schließt die Kolonialperiode

 und mit ihr die Periode

der individuellen Möbelarbeiter Nordamerikas.

 Es folgte nun, durch den

Maschinenbetrieb hervorgerufen, eine

Massenproduktion, die hier einen

enormen Umfang erreichte, qualitativ

aber sehr minderwertig war. Erst in

neuerer Zeit kommt die individuelle

Kunst wieder zur Geltung.

In der Hudson-Fulton-Ausstellung

 Fiel vor allem auf, daß die Arbeiten,

 die allgemein als „Kolonialmöbel"

bezeichnet werden, durchaus nicht

die Möbelproduktion der Kolonialzeit

decken. Es ist hier seit kurzem Mode

geworden, die Wohnungen mit Möbeln im „Kolonialstil" einzurichten. Was

man aber darunter versteht, ist fast ausschließlich die vereinfachte Nachahmung

 der Sheraton- und Heppelwhite-Stile. Die Stilarten der Kolonialzeit

greifen aber bis zur elisabethinischen Periode zurück.

Man hat hier in der Kolonialzeit die europäischen Vorbilder vereinfacht.

Das bedingten teilweise schon die ökonomischen Verhältnisse. Auch haben

die amerikanischen Holzarten eine Verschiedenheit der Behandlung und

des Ornaments verlangt. Es haben hier aber auch manche Formen eine

Weiterbildung erfahren, die in Europa nicht erfolgte.

Das einfachste Möbelstück der Ausstellung war das lange „TischbretW,

ein Tisch aus der frühesten Kolonialzeit, dessen Platte auf drei einfachen

Böcken ruht, die durch eine starke Querleiste verbunden sind. Da diese A11

von Tischen durch Bolzen zusammengefügt

 war, so konnten sie leicht

zerlegt werden. Das ist denn auch

gewöhnlich, wenn sie nicht in Gebrauch

 waren, geschehen. Man hat

dann, um im Zimmer mehr Raum

zu bekommen, die Böcke aneinander

geschoben und die Platte an die

Wand gelehnt. Mit dem Tische harmonierte

 auch die übrige primitive

Wohnungseinrichtung der ersten

Ansiedler, auch Schüsseln, Teller

und Löffel waren aus Holz verfertigt.

Die ersten Kolonisten haben viel-



Hudson-Fulton-Aussiellung in Newyork. Kommode

aus Eichenholz, XVII. ]ahrhundert



Hudson-Fulton-Ausstellung in Newyork. Truhe aus _ _

ConnecticunXVlI. jahrhundert fach aus der alten Heimat allerlei
            
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