249
Abb. 50. Schmiedeeisemes, vergoldetes Balkonginer, XVIIL Jahrhundert
hübschen gotischen Minuskelinschrift eines Spruchbandes auf der Innenseite
des Deckels: „niemans fner wert ich" soll aber doch gedacht sein.
Bis vor zwei Jahren hat die Waffensammlung des Museums nur aus
einigen Partisanen, zwei Zweihändern und
einzelnen Feuerwaffen bestanden. Herr Dr.
Springsfeld in Aachen hat dem Museum nun
neuerdings aus dem Nachlasse seines in Freiburg
im Breisgau verstorbenen Bruders Paul
Springsfeld eine Kollektion von 120 Feuerwaffen
geschenkt, die zirka 30 Stück reicheingelegter
Luntenflinten und Radschloßgewehre
und Pistolen enthält, teilweise Stücke,
die aus berühmten Sammlungen stammen.
Gewissermaßen den Schluß der kunstgewerblichen
Abteilung des Museums bildet
die Bauernstube (Abb. 58) aus der nördlichen
Eifel, die recht gut den Einiluß des städtischen
Kunstgewerbes auf die Gestaltung der Bauernmöbel
und des sonstigen Hausgerätes erkennen
läßt. Die in diesem Raume zusammengestellten
Gegenstände gehören mit wenigen
Ausnahmen den letzten Jahrzehnten des XVIII.
und dem Anfang des XIX. Jahrhunderts an.
Die Wände des Raumes sind weiß getüncht
und haben einen bis zur halben Höhe reichenden
grünen Sockel, in gleicher Farbe
sind Türen und Fensterläden gestrichen.
Die Möbel sind aus Eichenholz,
aber mit dunkelrotem Anstrich
versehen, um das städtische Mahagonimöbel
zu imitieren. Das „Bord" mit
den zur Schau gestellten Tellern und
Schüsseln, der große Tisch, die
_ Abb. 5x. Portugiesischer Kelch. Fuß XV. Jahr-Schlafbank"
mit dem umkla baren hundert, Nodus und Kuppa xvr. ahrhundert
1)
34