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Full text: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 5)

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genden Drachenbezwingers glänzt aus einer Höhe von mehr als hundert- 
fünfzig Metern weit, weit hinaus ins Land. Was unter ihm als mächtiges, 
einheitliches Bauwerk die Granitschrofen bekrönt, ist ein Werk, dessen Ur- 
heber gleichzeitig ebenso geniale Ingenieure wie Baumeister gewesen sind, 
Künstler von hohem Sinne, Werkmeister von unvergleichlichem Können, 
Menschen von tieflnnerlichster Hingebung an die Aufgaben, die im Laufe 
der Jahrhunderte immer wieder von neuem gelöst wurden, wenn Feuer, 
Krieg, Einsturz zerstörend die Gebilde früherer Zeit vernichteten. Glorreich 
wie die Geschichte seiner Bauten ist die kriegsgeschichtliche Vergangenheit 
des „Mont". Oft berannt, beschossen hat er nie ein feindliches Banner als 
 
Abb. 4. AnSiCht des „Monw vom Damm aus, links: westliche, rechts: östliche Seite 
Zeichen der Einnahme hoch vom Turme flattern sehen. Bürger und Reisige 
trotzten jedem Sturme wie die Felsen dem Anpralle der Wogen. Heute 
sieht er zur Sommerszeit unendliche Scharen von Touristen, von kreuz- und 
fahnentragenden Wallfahrern in langen Zügen über die turmbewehrten 
Mauern dahinziehen. Schmetternde Posaunenklänge, unter deren Begleitung 
solche Pilgrimsscharen dem würdigen Heiligtume sich nahen, klingen dann 
weit hinaus über die Wasser. Nicht Krummstab mehr noch Schwert regieren 
dort. Der unumschränkte Beherrscher des Ganzen gehört heute zur Sippe 
der „Poulards", einem offenbar seit langem schon hier ansässigen Geschlechte, 
das wohl früher auch vom Leder zog, wenn's drauf ankam. Heute ist weder 
Poulard aine noch sein Konkurrent Poulard jeune den täglichen Invasionen 
feindlich gesinnt. Die Zeiten freilich sind vorbei, wo Madame Poulard eigen-
	        

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