Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 6 und 7)

514

drei Lilien im Felde. Die Schrägstellung der oberen zwei Lilien bleibt in den

folgenden Äbtesiegeln noch beibehalten, doch kommt auch eine Stürzung

der unteren Lilie vor, so im Siegel des Abtes Laurenz II. Reiß (1587-I6oI).

Im Siegel des Abtes Simon II. Ruprecht (16o7-x622) erscheinen alle drei

Lilien in lotrechter Stellung, während sie vom Abte Ignatz I. Krafft, Freiherrn

von Tscherkowitz und Lamersdorf (1622-4638) wieder in der alten Schrägstellung

 geführt werden. Ein Siegel des Abtes Kornelius Strauch ( I 638-x6 50)

zeigt ebenfalls dieselbe Stellung der Lilien.

Die Wappen der Märkte Hainfeldf und Stratzing, verliehen von Kaiser

Rudolf II. am 2. und 5. jänner 1583, zur Zeit des Abtes Georg V. Premberger

 (1568-1587), zeigen ebenfalls die Lilien des Stiftes Lilienfeld, golden

im blauen Felde (Abb. 46 und 47).

Der Ort Lilienfeld benutzt dagegen in seinem Siegel die Figur der wilden

Lilie, der Schneerose oder schwarzen Nieswurz (Heleborus niger).

FF lii

4'

Aus den hier vorgeführten, allerdings nur in kurzen Schlagworten

gegebenen Wappengeschichten der Stifte im Lande Niederösterreich wird

der Leser wohl ersehen haben, daß die Wappenüguren, besonders was ihre

Tinkturen anbelangt, im Laufe derjahrhunderte manchen Wandlungen unterlegen

 waren und daß es nicht so leicht ist, eine strikte Blasonierung dieser

Wappenbilder festzustellen, weil ja mit Ausnahme des Zisterzienserstiftes

Neukloster zu Wiener-Neustadt und des Prämonstratenserstiftes Geras im

Waldviertel bei den übrigen zehn Stiften keine dokumentarische Festlegung

der Form und Farben ihrer Wappen nachzuweisen ist.

DI_E KUNSTKAMMER DES STIFTES KREMS-MUNSTER

 Sie VON HERMANN UBELL-LINZ

AS liebenswürdige Entgegenkommen der Stiftsvorstehung

 von Kremsmünster hat es dem Linzer

Museum ermöglicht, eine auf mehrere Wochen

berechnete Ausstellung einer Auswahl charakteristischer

 Werke der Kunst und des Kunstgewerbes,

 welche das ehrwürdige Benediktinerstift

 in seinen Mauern beherbergt, im Festsaal

des Museums zu veranstalten und so den Linzer

Kunstfreunden die Gelegenheit zu bieten, diese

erlesenen Objekte eingehend und wiederholt zu

betrachten. An Ort und Stelle ist es ja dem Besucher

 des Stiftes nicht leicht möglich, bei den einzelnen Gegenständen der

Sammlungen länger zu verweilen, um so weniger, als bei solchen Besuchen,



' Im jahre xgüg haue Lilienfeld von den I-Ierzogen Albrecht III. und Leopold III. die jus banale, die

Gerichts- und Polizeigewalt über Hainfeld, später auch das Landgericht erhalten.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.