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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 10)

xaurn eine energiscn zusammengehaltene Gruppierung voll erlesener Farbenwirkung. Man

denkt unwillkürlich an die Handschrift der Menzelschen Vignetten zu den Werken Friedrichs

 des Grollen. Aus verwandter Überlegung streben manche Schaufensterdekorationen

nach Plakatwirkungen. Die Elephantenapotheke feldert flächenmäßig weißen Hintergrund

mit schwarzen Stäben und setzt gegen

dieses Rahmenwerk gereiht weiße Kruken

 und mit gelbem Pulver gefüllte

Glasstürze, dazu als Ornament im Vordergrund

 eine Porzellanschale zwischen

zwei Retorten oder auf grauen Sockeln

werden farbige Schuhe aufgebaut und

von der grauen Rückwand hebt sich in

Ovalrahmen das Stillersche Schuhplakat

von Bernhard.

Dann gibt es die koloristische

Note, entweder als reine absolute Musik,

so wenn Cords mit hängenden Stoffen

eine Farbenskala abspielt, oder stilllebenhaft

 mit der hochgetürrnten kostbaren

 Brokattrophäe beiFriedmann und

Weber, die ihren Abglanz auf eine Skulptur

 wirft. Stillebenvariationen sind auch

das Typische für die Delikatessenfenster

 mit ihren Beischfrohen Niederländereien

 und ihren zarteren und doch

üppigen Fruchtstücken und für die Blumenladen.

 Hier glänzte vor allem Franziska

 Bruck.

Bei der Prärniierung gab niemals

der Aufwand den Ausschlag. Im Gegenteil,

 die Preisrichter hatten ihre Zensorfreude

 an den Fenstern, die mit einfachsten

 Mitteln und streng sachlich

eine geschmackvolle und wirksame

Ankündigung ihrer Ware erreichten.

Zwei Beispiele fanden einstimmigenBeifall,

 der Butter-Klawe, derButter

in Tonnenformen in drei Reihen übereinander

 aufbaute, und die Gesellschaft

Hagv die in einen kleinen Fensterkasten Aus dem Faohkurse fiir Textilzeichner in Wien. Entwurf

zwischen grünen Rupfenwänden ein m: eine Decke von Vinzenz DirE

aufgemachtes Postkollo mit Paketen

ihrer koiTeinfreien Kaifees stellte. Es wäre ungerecht, wollte man bei dieser Gelegenheit die

Namen der Künstler verschweigen, die hier mitgewirkt. Sie kommen von der Plakatkunst,

wie Julius Klinger, Lucian Bernhard, Krotowsky, und von der angewandten Kunst, wie

Endell und Else Oppler. Diese hat auch eine Schule für Schaufensterdekoration eingerichtet.

Ein Name aber verdient hier vor allem Erwähnung, der des Fräuleins Elisabeth von Hahn.

Sie inszeniert seit Jahren mustergültig die Riesenfenster von A. Wertheim; sie hat dadurch

außerordentlich anregend gewirkt, ist aber immer um die öffentliche Anerkennung gekommen,

 weil ihre Firma sich nicht an dem Bewerb beteiligt. Auch bei dieser Gelegenheit

fesselte der reife Geschmack, der den Porzellan-Ensembles Unterton von blauem Samt gab
            
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