Glasraffinerien oder Glasmanufakturen,
weiters den anderenorts ansässigen Detailverkäufern
und Unterhändlern zu. Das
einzelne Glas wandertebeispielsweise aus
einer Glashütte zu Steinschönau zum
Schleifer und Kugler in Röhrsdorf, dann
zu einem Graveur in Langenau, eventuell
noch zum Maler und Vergolder in Arnsdorf
und schließlich zum Glashändler in
Haida. Glashändler und Raflineure übernahmen
direkt oder durch Reisende
Bestellungen auf bestimmte Waren, bezogen
diese als Rohglas von einer Glashütte
und ließen sie durch Heimarbeiter
i :-. rafiinieren, das heißt verfeinern und verschönern.
Die Abgabe der Ware an den
' Heimarbeiter und ihre Rückstellung an
den Raftineur wiederholte sich bei jedem
Gegenstand so oft, bis derselbe vollkommen
zur Ablieferung fertig war. Die Glashütten
lagen zumeist des billigen Holzes
wegen abseits vom großen Verkehr und
im waldigen Terrain, erzeugten das Rohglas, nahmen also nur das Schmelzen
der Glasmasse, das Blasen und Pressen
derselben in Formen, wie sie die Raffineure
verlangten, vor und überließen die weitere
Bearbeitung diesen oder den von den Raffineuren
beschäftigten Schleifern, Kuglem,
Graveuren etc. Von diesen eigentlichen Glasarbeitern
wählten die Schleifer ihre Hauptsitze
in Nieder-Preschkau, Röhrsdorf und
Hillemühl, somit in drei, die Glashütten von
Falkenau einkreisenden Orten. Sie saßen also
im Norden des Haida-Steinschönauer Industriebezirkes
und zunächst den Glashütten,
aus deren erster Hand sie die Ware emplingen.
In Steinschönau, Langenau und Sonneberg,
somit im Westen, haben sich hauptsächlich
Kugler niedergelassen; ebendort sowie in
Haida oder richtiger Haide, wie es in der
ersten Hälfte des XIX.Jahrhunderts hieß, die
Graveure. Die Ätzer bevorzugten Kreibitz,
- - - Abb. u. Becherglas. schwarzer Schmelzfardie
Versilberer Arnsdorf, die Maler den letzt- bmfond, herausgeschugene Krümmung
genannten Ort sowie Steinschönau, Falkenau mit Blumen auf rotem und blauem Grunde
Abb. n. Glas, lilarot über-fangen, herausgeschliffenes
Stern- und Flachmuster und Blumensträuße