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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

das Kirschholz - drei Holzgattungen, welche beinahe chronologisch die

Entwicklung des Mobiliars vom akademischen Stil bis zum Vormärz mitmachen

 - erfuhren eine Verarbeitung, wie wir sie uns kaum solider ausdenken

 können. Und ähnlich war es bei allen Zweigen des Kunstgewerbes -

bei der Textilkunst, der Bearbeitung der edlen und unedlen Metalle, der

Keramik und auch beim Glas, welches das Thema dieser Besprechung bildet.

Die böhmischen Überfanggläser, geschliffene, in einer oder mehreren

Farben überfangene Trinkgläser, seltener Pokale, Schalen oder Glaswaren

Abb. x. Glas mit dreimal, in den Farben

Gelb, Rom und Blau abgestuften Rauten



Abb. z. Glas mit gelb überfangenen

aufsteigenden Blättern



anderer Bestimmung, bilden ein wichtiges Glied in der Entwicklung böhmischer

 Glaskunst, die, auf ein hohes Alter zurückblickend, noch heute auf

gleicher technischer und künstlerischer Höhe steht. Sie sind zu einer Zeit

entstanden, die durch keinerlei Stilgesetze an bestimmte Formen und den

Gebrauch bestimmter Ornamentrnotive gebunden war. Daraus resultiert der

große Reichtum an Formen oder, richtiger gesagt, unzähligen Abwechslungen

einer allgemeinen Grundform, die sich wieder auf die Bestimmung der

Erzeugnisse, als Geschenk- und Erinnerungsgläser, als Widmungs- und

Ehrenpokale zu dienen, gründet. Befriedigt also die Gruppe schon hinsichtlich

 der Varianten, welche der Schleifer mit schier unermüdlicher Erfindungsgabe

 durch abwechselnde Kombination der Schleifflächen und durch das

sogenannte Kugeln der Grundform geben konnte, so steigert sich ihr ästhe-
            
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