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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

sind auch Arbeiten aus der georgianischen Periode. Geschmackvoll sind

namentlich silberne Fruchtschalen, deren innere Seite in allen Farben des

Herbstes schillert. Das Innere dieser Schalen ist aus Bronze, die durch verschiedene

 metallinische Zusätze ihre prächtige Tönung erhält.

In der Ausstellung der National Society of Craftsmen waren auch

Lederarbeiten und Bucheinbände gut vertreten. Erfreulich war, daß auch

hier neuere, modernere Ideen in die Dekoration Eingang fanden. Früher

begnügte man sich vor allem mit der genauen und sorgfältig ausgeführten

Nachahmung älterer Vorbilder. Diese Ausstellung enthielt hübsche Arbeiten

von Charlotte Busk, die sich bemüht hat, den mexikanischen Lederschnitt

zu vervollkommnen, der zuerst durch Evelyn Nordhoff aus Kalifornien in

Newyork eingeführt wurde. Durch die Art, wie Frau Busk den Grund

ihrer geschnittenen und getriebenen Lederarbeiten färbt, gewinnt sie eigenartige

 Effekte. Sie mischt trockene Farben mit Säuren und reibt sie in

das Leder, öfters mehrere Töne hintereinander. Durch dieses Verfahren

entstehen die verschiedensten Nuancen. Für sehr tiefe Töne verwendet sie

auch Ölfarben, die sie aber mit Terpentin stark verdünnt. Eine feine Wirkung

erzielt Frau Busk durch das Auflegen von Aluminium. Sie findet dieses

Material besser als Silber. Ihre geschmackvollen Entwürfe sind vielfach von

der Moderne beeinflußt.

Gute Lederarbeiten, besonders Tischdecken aus Kuhhäuten mit durchbrochenen

 Bordüren, waren von Mary A. Granger ausgestellt. Andere vortreffliche

 derartige Arbeiten verfertigt Winifred Wilson. Ihr reichhaltiges

Arbeitsgebiet umfaßt unter anderem Tischläufer, Handtaschen, Rahmen,

Buchdecken, Kassetten, Wandschinne, Portieren und Stuhlsitze.

Durch die Art der Bemalung sind auch die Lederarbeiten von Mollie

P. Kerfort bemerkenswert. Sie hat zuerst Wiener Methoden nachgeahmt,

gelangte aber schließlich zu einem eigenen Verfahren. Für ihre Draperien,

Tischdecken, Stühle, Schreibtischgarnituren und andere Erzeugnisse stellt

sie Farbentöne her, die mit der übrigen Zimmereinrichtung harmonieren.

In der Ausstellung fielen auch die Arbeiten von Caroline I-Iibler auf, die ihre

Entwürfe öfters den Indianermotiven entnimmt.

Geschmackvolle Lederschnitte gelangen auch Mary Gray und F. Le

Duc. Bella W. Shope brachte schöne Lederarbeiten im Charakter der

Renaissance, ohne direkt zu kopieren, und gab der reichen Dekoration einen

schimmernden Metallglanz.

Unter den Kunstbuchbindern, die in der Ausstellung vertreten waren,

stand Alfred Lanunder an erster Stelle. Seine Entwürfe sind sehr geschmackvoll

 und die Ausführung seiner exakten und im Glanze gleichmäßigen Handvergoldungen

 verrät große Übung und tüchtiges Können. Lanunder ist ein

geborener Engländer und hat sein Handwerk in der Heimat erlernt. Seit

27 Jahren lebt er aber in Amerika.

Durch gediegene Leistungen zeichnete sich auch E. Laatz von Doylestown,

 Pennsylvanien, aus. Er kopiert allerdings ausschließlich florentinische
            
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