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Full text: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

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Vorbilder aus dem XV. Jahrhundert. Ferner waren noch die Einbände von 
B. Lexow, R. M. Miller, Edith Diehl und Clara Rice bemerkenswert. Von 
dem sehr talentierten Otto Zahn waren in der letzten Saison nur in Privat- 
ausstellungen Bucheinbände zu sehen. Seine Vergoldungen von G1anzleder- 
bänden sind meisterhaft. Auf der Weltausstellung in St. Louis war seinen 
B ucheinbänden ein Platz im Kunstpalast eingeräumt worden. Zahn war früher 
in einigen der ersten Kunstbuchbindereien Europas beschäftigt gewesen. 
Außer einem angeborenen Talent besitzt er auch eine reiche Erfahrung, 
starkes technisches Können, Phantasie und einen feinen künstlerischen 
Geschmack. Daß er auch ein ge- 
schickter Zeichner ist, versteht 
sich von selbst. Wo es angebracht 
ist, bevorzugt er das moderne Stil- 
empfinden. Seine Decken bringen 
auch öfters farbige Lederauflagen. 
Von den besten Arbeiten kann 
ohne Übertreibung gesagt werden, 
daß sie echte Kunstwerke sind. Die 
angewandten Fileten, Stempel, 
Rollen sowie der Titelsatz zeigen 
eine überraschende Sicherheit der 
Ausführung, auch bei solchen Le- 
dersorten, die manchem wackeren 
Meister die Arbeit sauer machen. 
In der Ausstellung war auch die 
Töpferei, wie immer, gut vertre- 
ten. Nur war gegen das Vorjahr 
weniger Neuartiges vorhanden. 
Die Arbeiten von Maude Robin- 
son, die Objekte mit erhabenen 
Blumen brachte, gehörten zu den 
neueren Gegenständen. Bemer- 
kenswert sind auch die Krüge der Bildhauerin E. Yandell, die bei ihren 
Modellen die menschliche Figur in künstlerischer Weise zu verwerten ver- 
steht. Erwähnenswert sind auch die Arbeiten der Damen Hardenberg und 
Penman. 
Die Rookwood Pottery fährt fort in ihrer hervorragend guten Pro- 
duktion. Vasen von K. Schiraayemadani, Sara Sax, E. Diers, L. Epply und 
F. Rothenbusch gehörten zum Schönsten der Ausstellung. Gleichzeitig möchte 
ich hier noch einiger größerer Arbeiten der Rookwood Pottery gedenken, es 
sind dies die bei dem Bau des großen West Street Building in Newyork, 
einem neuen „Wolkenkratzer", angewendeten Fayencen. C. Gilbert, der 
viele gelungene Entwürfe für die Rookwoods macht, war der Architekt. 
F. M. Andrews hat eine schöne Hausfassade entworfen, die in mattglasierten 
 
R. M. Miller, Bucheinband 
an
	        
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