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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

Kacheln hergestellt wurde. Diese Art Fassadendekoration, die hier noch nicht

gebräuchlich war, wurde durch diese Arbeit vorteilhaft eingeführt. Besonders

erwähnenswert ist der nordische Saal des Fort Pitt Hotels in Pittsburg.

Fußboden, Wände und Decken sind mit farbigen, mattglasierten Kacheln

der Rookwood Pottery ausgelegt. Der im altnordischen Stil gehaltene Raum

ist von den Architekten Janssen und Abott entworfen worden. Ein Gemälde

in Fayence, das Longfellows Dichtung „Das Gerippe in der Rüstung" darstellt,

 schmückt die Wand. In modernem Stil ist der Fayencedekor des

Hötels Devon in Newyork durchgeführt. Emporstrebende Palmen, deren

Zweige sich verbinden, bilden das Hauptmotiv der Wanddekorationen des

geschmackvollen Restaurationssaales. Die Architekten sind Israels und

Harder.

Konventioneller, aber doch geschmackvoll sind die Räume des Hotels

Sniton in Cincinnatti ausgestattet. Dagegen können verschiedene Kamine der

Rookwood Pottery, die für Privatgebäude hergestellt wurden, auf Originalität

 Anspruch erheben und dasselbe gilt auch von den Gemälden in

Fayence, die durch Zeichnung und Farbe eine feine Wirkung erreichen.

Auch einige Glaswaren sind in der Ausstellung der Society of Craftsmen

gezeigt worden. Schwach beschickt war die Abteilung für figurale Kleinkunst.

Manche gute derartige Arbeit fiel dagegen in den permanenten Ausstellungen

 der Society of Craftsmen auf. Besonders hübsch und originell

waren hier die feinkolorierten Skizzen der jungen, talentierten Bildhauerin

Lilly Waters, die damit zum erstenmal vor die Öffentlichkeit trat.

Ziemlich reichhaltig waren die Textilarbeiten und Stickereien vertreten,

nur enthielten sie wenig Neues oder Originelles. Eine Ausnahme machten

nur die Gobelins von Albert Herter, die japanischen Einfiuß aufwiesen, ohne

Herters Eigenart zu verleugnen.

Unter den Korbflechtereien waren die besten diejenigen, die nach

Indianermotiven ausgeführt waren.

In der Sommerausstellung war ein Saal als Loggia eines Sommerheims

dekoriert worden. Sie zeigte mit Pflanzen bewachsene Säulen und gemeißelte

Steinsitze von J. R. C. I-Ioyt. Koloristischen Reiz besaßen die Fenster, die

von j. R. Racon mit impressionistischen Landschaften bemalt waren. Seine

Technik der Glasmalerei wirkte neuartig.

Eine Sommerausstellung hatte auch die Newyorker C0lumbia-Universität

 in den Räumen ihrer Architekturbibliothek veranstaltet. Von den verschiedenen

 Kunstprofessoren waren Werke ausgestellt worden. E. R. Smith

brachte architektonische Modelle, Albert Dow Landschaften; Färbereien

waren von Chas. E. Pellero und Metall- und Schmiedearbeiten von Edward

Thatcher ausgestellt. Diese waren von besonderem Interesse. Sie zeigten

einen feinen Geschmack und eine große Geschicklichkeit in der Ausführung,

namentlich auch in der Farbe. Thatcher hat sich außerhalb Newyorks, in

seinem Geburtsort Morristown im Staate New Jersey, eine Werkstatt eingerichtet,

 wo er experimentiert. Er will die Farbe genau der Person, für die der
            
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