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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 3)

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Vergangenheit Salzburgs im XV. Jahrhundert wachzurufen. Und dennoch

müssen wir wohl damit rechnen, daß damals in der Steinmetzenstadt Salzburg

neben dem Handwerk auch die Kunst der Marmorbildnerei geblüht hat. Aber

nur eine einzige wirklich bedeutende Steinskulptur in Salzburg selbst aus der

Zeit von 1440 bis 1450 ist dessen Zeuge, die Grabplatte des heiligen Vitalis in

St. Peter." Wir müssen also annehmen, daß all das andere Gute entweder

im Laufe der Jahrhunderte untergegangen oder als Exportware ausgeführt

worden ist. Von diesen im Land zerstreuten Denkmälern Salzburger Herkunft

 scheinen mir nun zwei für die

Frühzeit unseres Meisters von Belang

zu sein, die Grabplatte des Bischofs

Georg Überagker (1452 bis _1477) in

der Abtei Seckau in Steiermark" und

die Tumbenplatte des Stiftergrabes der

Familie Wernhers von Plaien im Stift

Reichersberg am Innf" Erstere, gefertigt

 vor dem Tode des Bischofs, ist etwa

1460 bis 1470 anzusetzen, letztere um

1470. Beide Werke erachte ich als die

unmittelbaren Vorläufer der Kunst Valkenauers,

 sogar in dem Sinne, daB mir

der unbekannte Meister der Lehrherr

desselben gewesen zu sein scheint. Das

stark plastische Empfinden, wie es besonders

 in dem Reichersberger Relief

zutage tritt (Abb. 33), im allgemeinen,

dann Einzelheiten wie die exakte, klar

detaillierende I-Iaar- und Bartbehandlung,

 die Gesichtstypen, die Bildung der

Augen, die dünngliedrigen Hände wirken

 wie die Vorstufen zu Valkenauers

Ausdrucksweise in seinen frühen Werken,

 etwa in dem Regensburger Madonnenrelief

 oder an dem GfälbSte-in Abb. 37. Epitaph der Möderndorfer in Maria-Saal

Mauerkirchers. ]a auf dem erstgenannten

 Werk finden wir sogar mit nur wenig Änderungen den gleichen

dreigeteilten architektonischen Baldachin wieder wie an den Grabplatten

in Reichersberg und in Seckau. Von demselben Meister ist auch der Porträtstein

 über dem Grabe des heiligen Rupertus in St. Peter zu Salzburg

"' Die Abteireehnung von St. Peter pro 1496-1502 Cista CLXXIV 4 enthält den Eintrag: Pro M. johanne

lupicida et scissore, qui lapidem B. Vitalis excidit (r4)g7. etc. Daß dieser Meister nicht mit Valkenauer identisch,

noch die Grabplatte in St. Peter um 1497 entstanden sein kann, soll gelegentlich in anderem Zusammenhang

dargelegt werden. H. Widmann, Geschichte Salzburgs I1. (xgog) Seite 407 irrt, wenn er in dem Stein eine

Arbeit Valkenauers vermutet.

"' Mitteilungen der k. k. Zentralkornmission III. (1858), Seite 191.

'" Berichte und Mitteilungen des Altertumsvereins zu Wien. XXI. (1882), Seite 29.



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