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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 5)

29a

Konrad VI. Panstorfer (1466-1470) an einem Kaufbriefe vom 3. Juni 1468

(Abb. 22). Das spitzovale Siegel mit der Legende: Sigillvm . fratris . conradi -

abbatis . in - wilhering . enthält das Wappenschildchen unter einer Abtfigur

angebracht. Im Siegel von Konrads Vorgänger, des Abtes Wilhelm (1460 bis

r466) ist von einem Wappen nicht die geringste Spur zu entdecken, das

Wappenbild muß also erst unter Konrad VI. angenommen worden sein.

Auch auf dem Grabsteine des zweitnächsten Abtes, Thomas (148o-x 507),

ist ebenfalls dieser Schild vorhanden.

Das zweite Wappenbild, das Hirschgehörn, vielleicht eine Anspielung

auf den großen Forstbesitz" des Klosters, läßt sich zum erstenmal auf

einem Grabsteine des Abtes Petrus II. Rinkhammer (1534-1543) nachweisen.

 Auf den Porträtgemälden der

beiden aufeinander folgenden Äbte,

Bernhard II. Weidner (1681-x7og) und

Hilarius Sigmund (x7og-173o) sind

ebenfalls die beiden Wappenschilde zu

sehen. Auf einem Siegel erscheint aber

das Hirschgeweih erst unter dem Abte

Alan Aichinger (1753-1780) an einer

, , Urkunde vom 25. Mai 1754, und zwar in

einem I-Ierzschildchen, das schräglinks ge-1

 . ' teilt, vorne das W mit dem Kreuz, rück-W

 wärts das schräg gelegte I-Iirschgeweih auf-"llllllllllllllllll

 weist. In einem Siegel desselben Abtes aus

dem Jahre 1753 ist das Geweih noch nicht

sichtbar. Es ist nicht ausgeschlossen, daß

man vielleicht in dem I-Iirschgeweih das

Wappenbild der Stifterfamilie, der Herren

von Wilhering sah, eine Annahme, die sich

leider durch nichts belegen läßt, weil sich ein

Abb. 13. Zisterzienserstift Schlierbach Siegel der Herren von Wilhering mit einem

Wappenbilde nicht erhalten hat, die ja bereits

 in vorheraldischer Zeit ausgestorben waren, wenigstens zu einer Zeit,

wo der kleinere Adel noch keine eigenen Wappenbilder besaß.

In den Wappen der Äbte von Wilhering erfolgte die Zusammensetzung

der beiden Wappenfiguren mit dem persönlichen Wappen des jeweiligen

Abtes in der verschiedensten Weise. Im Wappen des derzeitigen Abtes

Theobald Grasböck, laut Wappenplakat vom 21. Dezember 1892, erscheint

das Konventwappen, das W mit dem Kreuze, allein, und zwar als Herzschildchen

 dem persönlichen Wappen, einem gevierten Schilde, aufgelegt.

Die Stiftsfarben von Wilhering sind Rot-Weiß.



























" Zu dem Waldbesirz am Kilrnberg, der dem Stifte bereits von Cholo II. von Wilhering Übermacht werden

war, erwarb Abt Johann IV. Hinterhölzl (1734-1750) im jahre 174g um 40.000 H. noch den kaiserlichen Forst

auf demselben Berge.
            
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