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Full text: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 6 und 7)

Zwei Figuren von eigenartigem Charakter stehen hier in den Ab- 
bildungen 20 bis 23 vor uns. Der erschreckt aufblickende Johannes, die in 
ihrer ganzen Gestalt vom Schmerz erfüllte Maria sind selbständige Leistungen, 
die weit abliegen von den konventionellen und selbst im Schmerz noch 
koketten Bewegungen der Maria auf den Elfenbeinaltärchen des XIV. jahr- 
Figur zo und 21. Nat. Gr. Gegossene Silberöguren {Sammlung Figdor) 
hunderts. Die damaligen vollrunden elfenbeinernen Marieniiguren, die etwas 
übertreibend der Krümmung des Elefantenzahns folgen und dadurch eine 
Gesamthaltung bekommen, an die unsere Figur äußerlich anklingt, liegen 
geistig noch weiter zurück. Hier handelt es sich um einen auf eigenen Wegen 
gesuchten Ausdruck innerer Erschütterung, der von jenen früheren Form- 
gebungen nichts mehr weiß. Wir haben Bildwerke vor uns, die dem Schlusse 
des XV., eher vielleicht dem beginnenden XVI. Jahrhundert angehören. 
Ihre Lokalisierung in die bayrisch-fränkische Schule ist durch eine An- 
gabe von Swarzenski-Frankfurt gesichert; es will aber nicht gelingen, sie 
an die Großplastik anzuschließen.
	        
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