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Full text: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 6 und 7)

Gebärde und Haltung zum Ausdruck zu bringen. Die klassische Lösung dieses 
schon in romanischer Zeit aufgestellten Problems sollte das Kreuz des Pol- 
lajuolo in der Domopera zu Florenz werden. Es ist aber unvollendet geblieben 
und hat erst im XVIII. jahrhundert seine letzten Ergänzungen erhalten. Wir 
müssen daher, um eine Anschauung von dem zu gewinnen, was mit einer 
solchen Komposition eigentlich erreicht werden sollte, ein anderes Stück heran- 
ziehen, etwa das Sesto-Kreuz aus den Sammlungen des Kaiserhauses, unsere 
Figur 24. Wenn das Stück auch nicht die Krone dieses Kunstgedankens ist, hat 
es doch den Vorteil, das letzte Wort der (italienischen) Gotik zu dem Thema 
zu sein und dadurch entwicklungsgeschichtlich unsern Figuren gegenüber- 
gestellt werden zu können. Ich möchte mir aber vorstellen, daß der selb- 
ständige Meister der Figdor-Figuren die Aufgabe etwas einfacher gelöst hat, 
als es dem Charakter der venezianischen Kunst entspricht. 
Figur 24.Verkleinert. 
Vonragekreuz in den 
Sammlungen des 
AllerhöchstenKaiser- 
hauses in Wien. Ver- 
ößentlicht sowohl 
durch Ilg als auch 
durch von Schlosser, 
der es einem Mit- 
gliede der veneziani- 
schen Goldschmiede- 
familie Sesto zu- 
schreibt.
	        
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