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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 6 und 7)

ZWEI MESSINSTRUMENTE.

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Trotz der sorgfältig gezogenen Arbeitsgrenzen innerhalb der Zünfte

konnte es nicht fehlen, daß namentlich bei Neuerungen in Technik, Material

oder Zweck es zweifelhaft war, welchem Gewerk die Ausführung dieses oder

jenes Gegenstandes zugewiesen werden sollte. Manches blieb sehr lange

schwankend und es wurde darum hin- und hergestritten, anderes wurde gleich

entschieden. Im großen und ganzen kann man aber sehen, daß wissenschaftliche

 Instrumente, bevor sie einem eigenen Handwerkszweig zufallen, zunächst

 eher von den Goldschmieden, die die eigentlichen Feinmechaniker

waren, ausgeführt wurden, als etwa von den Gürtlern. So ist es durchaus

begreiflich, daß der Goldschmied Wenzel Jamnitzer ein Astrolabium in

Bronze macht, und daß andere Instrumente aus Bronze, respektive Kupfer,

wie beispielsweise zwei in der Figdor-Sammlung, ebenfalls von Goldschmieden

 hergestellt wurden.





Figur 135. Nat. Gr. Vorderseite Figur x36. Nat. Gr. Rückseite

Vergoldete Bronze. Instrument zum Richten von Geschützen (Sammlung Figdor)

Das erste dieser Stücke bilden wir von der Vorder- und Rückseite in

Figur x35 und 136 ab. Es zeigt auf der Rückseite die Inschrift:

1580 IAR [ ZV NORINBERG I IOHANNES EPISCHOFER l GOLD-SCI-IMID

 FACIEPAT.

Der hier genannte Goldschmied Johannes Epischofer ist ein Meister, der

sich speziell mit dem Anfertigen von Instrumenten beschäftigt und dadurch,

nach dem Ausweis Nürnberger Akten, den Zorn des Handwerks der

Kompaßmacher auf sich geladen hat. Wann er geboren und wann er Meister

geworden ist, konnte vorerst nicht festgestellt werden, aber durch das Instrument

 wissen wir wenigstens, daß er vor 1580 in das Handwerk aufgenommen

 wurde, und die örtlichen Verhältnisse berücksichtigend, müssen
            
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