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Full text: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 8 und 9)

geblieben. Die 
Wandbilder 
von Freese 
sind mit wei- 
ser Zurück- 
haltung sehr 
dezent ge- 
stimmt. Dafür 
spielt die pla- 
stische Form 
der architek- 
tonischen 
Teile eine 
umso bedeut- 
samere Rol- 
le. Mit ihr 
verbindet sich 
der Autoren- 
name eines 
Albert von 
Soest, von 
dem Lüne- 
burgübrigens 
noch eine 
ganze Reihe 
vorzüglicher 
Arbeiten (re- 
gistriert in 
den „Denk- 
mälern") auf- 
zuweisenhat. 
Als ebenfalls 
dabei be- 
schäftigtwird 
Abb. 7a. Rathaus zu Lüneburg, "Neue Ratsstube", Wandvenäfelung und Türe 
Gerd Suttrneier genannt; von ihm rühren die köstlichen ornamentalen 
Füllungen derVertäfelungen her. Das Ganze ist ein Musterwerk von Schreiner- 
arbeit und I-Iolzplastik aus der Blütezeit der Renaissance, jedes Erinnern an 
gotische Formen völlig verschwunden - überall ein Spielen der Linien, der 
Flächen ohne jedwede Härte und Herbigkeit. Es ist reife, überreife Kunst. 
Wahrhaft souveräne Beherrschung von Material und Form spricht daraus. 
Anlehnung an Kupferstichblätter ist, wie es bei ähnlichen Werken der Zeit 
ja häufig vorkommt, da und dort wahrnehmbar. 
Das Ende des XVI. Jahrhunderts bringt dann einen nochmaligen 
Steigerungsversuch der dekorativen Mittel. Die künstlerische Höhe des
	        
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