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Full text: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 8 und 9)

wenn diese Laternenreihe aufleuchtet, dann schwimmt das Zimmer in Lampionmagie. 
Dazu kommen dekorativ verwendete Zweckmäßigkeitsfaktoren. In einer eingebauten Nische 
ruht über dem Heizkörper eine aquariumartige Glaswanne, in die über eine gläserne Wand 
rinnendes Wasser läuft, zur kühlenden Auffrischung der trockenen Luft. Und seitlings ist 
die Tee-Ecke mit dem aus dem Wandgitterwerk herausspringenden Hahn für fließendes 
Wasser, der elektrischen Kochkanne und der Teeschale aus der Ruskin-Potery, hauchdünn, 
eidechsengrün, orange, oder gesprenkelt wie die Eier wilder Vögel. 
Die Reihe der lnterieure wird im Herbst noch durch Raumschöpfungen Karl Walsers, 
Ilse Dernburgs, Ernst Friedmanns (ein Toilettenzimmer, dessen eingebaute Wäschevitrinen 
aus grauem Lack ganz mit kornblumenblauen Sachets ausgefüttert sind), Ernst Lessings 
ergänzt werden. 
Die angewandte Kunst dieser Räume hat zur Mitarbeit auch hohe Hände gehabt. Die 
Wände eines lichten Gartensaals sind mit Silhouettenmedaillons in Girlandengehängen 
dekoriert, die Prinz August Wilhelm geschnitten, Biedermännlein und Biederfräulein mit 
Vatermördern und getürmten Frisuren voll Pikanterie des Umrisses. Felix Poppenberg 
ÖRZ. PREI SAUS S CH REl BUN G DES GEWERBE FÖRDERUNGS- 
INSTITUTES. Um die Erzeugung von Erinnerungsgegenständen, welche zum 
Absatze an Fremde geeignet sind, in lstrien einzuführen, erläßt das Gewerbeförderungs- 
institut in Görz eine allgemein zugängliche Preisausschreibung für Muster und Modelle 
solcher Artikel, und zwar unter nachstehenden Bedingungen: Die Preise werden wie folgt 
festgesetzt: x Preis zu 400 Kronen, r Preis zu 300 Kronen, I Preis zu 200 Kronen, x Preis zu 
x50 Kronen, 2 Preise zu 100 Kronen, 4 Preise zu 50 Kronen. Die Gegenstände sollen 
einen typischen Charakter Istriens tunlichst wiedergeben, was erreicht werden kann 
durch die Form des Gegenstandes selbst, durch seine Ausstattung, durch die dabei 
verwendete Gattung des Materials, oder endlich durch die besondere charakteristische 
Methode seiner Herstellung. Die Wahl des Materials wird freigestellt. Der Zweck, zu 
welchem die Gegenstände bestimmt sind, erfordert es, daß das Ausmaß derselben 
beschränkt und deren Verkaufspreis dementsprechend auch niedrig sei; keinesfalls darf 
letzterer den Betrag v0n lo K übersteigen. Zur Preisbewerbung werden nur dem aus- 
gedachten Objekte vollkommen identische Muster zugelassen; es werden daher in redu- 
ziertem Maße ausgeführte oder nicht vollständige Muster, desgleichen Skizzen und 
Zeichnungen von derselben ausgeschlossen. Die Gegenstände sind frankiert, mit einem 
Kennworte versehen und unter Angabe des betreffenden Verkaufspreises an das Kuratorium 
des Gewerbeförderungsinstitutes in Görz einzusenden; denselben soll ein verschlossener, 
die genaue Adresse des Preisbewerbers beinhaltender Briefumschlag mit dem gleichen 
Kennworte beigegeben werden. Die Preisbewerbung wird am 31. August 191i geschlossen. 
Nähere Auskünfte werden vom Gewerbeförderungsinstitut in Görz, Via Morelli Nr. 37, erteilt. 
ARIS. GESELLSCHAFT ZUM STUDIUM DES FRANZOSISCHEN 
KÜPFERSTICHS. Unter dem Vorsitze von Maurice Fenaille wurde soeben die 
Gesellschaft zum Studium des französischen Kupferstichs ins Leben gerufen. Dieselbe 
bezweckt nicht nur, Liebhaber und Sammler sowie Fachgelehrte, die sich für den fran- 
zösischen Kupferstich interessieren, unter ihrem Namen zu vereinigen, sondern auch, eigene 
Werke, die Geschichte des französischen Kupferstichs und dessen Künstler (von den 
ersten Anfangen an bis zur Gegenwart) betreffend, nach gemeinsam festgestellten Gesichts- 
punkten regelmäßig zu verölfentlichen. Die Gesellschaft macht sich zum Grundsatze, alle 
von ihr herausgegebenen Arbeiten zu honorieren und ihre Mitglieder gegen einen Jahres- 
beitrag von 25 Francs zum Empfange aller im Laufe des Jahres von ihr veröffentlichten 
Werke zu berechtigen. Anmeldungen nimmt der Schriftleiter Henri Bourin, x44, rue de 
Longchamp, Paris XVI", entgegen. Derselbe hält sich auch zu jeder weiteren Auskunft 
gerne bereit.
	        

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