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Metadaten: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 144)

1er Thuswaldner 
hitekten 
Glücksbringer 
Zunächst bedarf es der Rechtfertigung, warum 
in einer Kunstzeitschrift von Architekten und 
ihren Werken die Rede sein kann. Vielleicht 
ist es möglich, diese Fragestellung, ob Architek- 
tur mit Kunst zu tun habe, mit der Behauptung 
zu umgehen, daß die Bauleistungen im weite- 
sten Sinne zum Kulturschatten des Menschen ge- 
hören. Und es ist ein guter Brauch, alles, was 
mit der Kultur zusammenhängt, kritisch zu re- 
tlektieren: Plastiken, Bilder, Kompositionen und 
deren Interpretation, Literarisches usw. Zwischen 
ihnen und der Architektur besteht allerdings ein 
markanter Unterschied, der die kritische Re- 
flexion nur um so dringender erscheinen läßt. 
Die aufgezählten Kulturprodukte könnte man, 
von einem bestimmten Standort aus gesehen, 
als unnütz und als Luxus qualifizieren. Man 
kann sie sich leisten (wenn man kann) und wenn 
man imstande ist, eine Beziehung zu ihnen auf; 
zubauen; man kann sich ihnen aber auch ver- 
weigern, indem man ein Bild nicht anschaut, 
nicht ins Konzert geht und kein Buch liest. An- 
ders die Architektur; ihr entgeht man nicht, sie 
holt uns überall ein, sie determiniert unsere Le- 
bensform. 
Früher einmal hätte es keiner Spitztindigkeiten 
bedurft, um die Architektur zu einem Thema der 
Kunst zu machen, doch ist es heute so, daß 
 
kaum ein Laie (oder auch kein Experte?) Iden- 
titäten zwischen dem Künstler und dem Architek- 
ten wird feststellen können. Aber irgendwo im 
Hintergrund strahlt immer noch ein wenig Glanz 
aus der Vergangenheit auf die Architektenschar 
von heute. Nicht immer iedoch bewährt sich das 
Denkschema, wonach wir uns immer weiter von 
einem paradiesischen Zustand entfernen, so daß 
die heile Welt auf alle Fälle in der Vergangen- 
heil zu suchen ist. Wie stand es denn um den 
Architekten zur Zeit, da das Oben und Unten 
noch genau fixiert war? lm 16. Jahrhundert 
funktionierte dies noch gerade. Der Architekt 
war nicht Absolvent irgendeiner Hochschule, er 
war vielmehr zuerst einmal Handwerker, dessen 
Karriere im günstigsten Fall gewöhnlich als Mei- 
ster endete. Doch gab es ein paar, denen ein 
Vorstoß über diesen Status hinaus gelang. Dies 
bedeutete zugleich einen Vorstoß über die 
Grenzen seiner Klasse als Bürger. Ja, in der 
Corbusier, „Strahlende Stadt" mit Zonenauf- 
llUHQ. Als Studie auf dem CIAM 1930 in Brüssel 
rgelegt 
chnzone 
Hotels und Botschaften 
City 
Fabriken und Lagerhäuser 
Schwerindustrie 
G) Satellitenstädte 
egienjngssitz, sozialwissenschaftliches Zentrum 
a. m. 
e „biolagische" Entwicklung der Stadt kann 
ei zu beiden Seiten der Mittelachse erfolgen, 
trch Ausdehnung ieder Stadtzone. Als Prinzip 
das Primat des Wohnens erkennbar, ferner 
a rationelle Zueinunderordnung aller Ele- 
ante von Arbeit und Zerstreuung 
 
Andrea Pallodio, Villa Godi, derzeit Mnlin- 
verni, Lonedo di Luge Vicenfino (Vicsnza) 
Le Corbusier, Villa Sdwwob in Lu-Chaux-dev 
Fonds, erbaut 1916 
Adolf Loas, Villa Kurmu, ClurenslVevey 
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