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Full text: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 10)

 
Dachgarten (Roof-garden) in Seattle (U. S. A.) 
das Holz, und zwar ein äußerst geeignetes und günstiges ist. In allen wald- 
reichen Gebieten, und die sind in Amerika noch häufig (der Westen ist viel- 
fach noch Urwald), herrscht das hölzerne Wohnhaus in einer spezifisch 
amerikanischen Konstruktionsweise. Es sind zumeist sehr leichte, rasch her- 
zustellende Holzgerippe, die mit Isoliermaterial auf beiden Seiten überkleidet, 
innen verputzt und außen durch übergreifende Latten oder Schindeln bedeckt 
werden. Auch das Dach ist dann verschindelt. 
Die äußere Erscheinung dieser Häuser ist durch Beizung oder Färbung 
der Hölzer eine durchaus belebte und wird durch gute Silhouettenwirkung 
gehoben. Typisch ist die Vorliebe für Veranden, die manchmal sogar den 
größten Teil des Erdgeschosses umschließen. 
Der große Gewinn, welchen die Entwicklung des Wohnhausbaues seit 
der Kolonialzeit zu verzeichnen hat, ist die gefestigte Wohnsitte, die 
Durchbildung eines bequemen und wohnlichen Grundrisses. Die Differen- 
zierung der Bedürfnisse ist ähnlich jener des englischen Hauses. Nur wird 
auf alle hygienischen und Bequemlichkeitsforderungen ein noch stärkeres 
Gewicht gelegt. 
Ein wichtiges soziales Moment spielt dabei eine große Rolle, das ist 
der Mangel an Dienerschaft im bürgerlichen Leben. Die Einrichtung des 
Hauses muß auf einer möglichst weitgehenden Ausschaltung der Hilfeleistung 
durch untergeordnete Hilfskräfte basiert sein. 
Ebenso spielen bei der Herstellung des Durchschnittswohnhauses die 
baugewerblichen Verhältnisse, die eine möglichst weitgehende maschinelle 
 
Dachgarten (Root-garden) in Seanle (U. S. A.)
	        
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