sischem, byzantinischem und später mohammedanischem
EinHuß, die Stilisierung alle Gerätformen beherrschte,
entwickelte sich im Osten ein Naturalismus, allerdings
stets unter gleichzeitiger Beibehaltung der antiken Stilisierung.
So wurden auch die Gürtelhaken aus den Fesseln
der alten Tradition gelöst, und wir linden Vogelköpfe,
ganze Enten (Abb. 3) und besonders in origineller Art
einen Vierfüßler (Abb. 4) als Gürtelhaken verarbeitet. In
diesem Stile ist auch ein Drache geformt (Abb. 5), dessen
_ _ _ Abb. 3. Runde Platte
Schwanz sich zum Haken aufrollt. Die Auffassung dieses mit plastischer Ente. de-Gürtelhakens
scheint mir dem Figdorschen "Salamander- Zztkizäigelä
Zahnstocher verwandt. Ganz besonders schon gearbeitet chin,s,sch„ Bronzeguß
ist ein Gürtelhaken mit einem in unterschnittener Voll- (Sammlung Kl""h-Tsi'
nanf u)
plastik aufgelegten Drachen (Abb. 6). Ähnliche Formen
werden in den Kaiserkatalogen des Mittelalters schon der vorchristlichen
Zeit zugeschrieben.
Im XV. Jahrhundert fand ein starker Einfluß Asiens - und zwar Ostund
Westasiens gemeinsam - auf Europa, speziell auf Italien, statt. Zur Zeit
der Chinoiserie im XVIII. Jahrhundert bestand ein direkter Verkehr mit China,
dreihundert Jahre vorher war zwar Ostasien im Abendlande bekannt, aber es
existierte kein regelmäßiger Handel von Land zu Land. Marco Polo ist nur
einer von vielenKauileuten, die schon im XIII. Jahrhundert ganz Asien durchkreuzten;
sein Buch hat ihn überlebt. Missionäre kamen auch nach dem Osten
und Wilhelm von Rubreck berichtet, daß er 125i am Hofe des Mongolenherrschers
in Karakorum, der Hauptstadt Kublai Khans in der Mongolei, den
,Goldschmied Boucher aus Paris und eine Frau Paquette aus Metz antraf.
Die Waren gingen von China auf den alten Karawanenstraßen durch Zentralasien,
oder auf dem Seewege über Indien nach Persien und dem Roten Meer,
um von dort aus durch Zwischenhändler, gemeinsam mit westasiatischen
Teppichen und andern Artikeln, in die
Länder am Mittelländischen Meer, von
der Türkei bis Spanien, zu gelangen. Im
XV. Jahrhundert hatte China einen besonders
starken I-Iandelsverkehr. Chinesische
Dschunken gingen nach Ceylon und kamen
sogar 1430 nach Dscheddah, dem Hafen
von Mekka. Welchen Anteil Ostasien an dem
damals in Italien eindringenden orientalischen
Kunststrom hat, ist noch wenig untersucht.
Die Schnörkelmalerei a la porcellana kam auf
Am 4_ Chinesischer Gundhakemin und wird als chinesisch bezeichnet, aber ich
Form eines Vierfüßlers, dessen Kopf halte sie für persisch, da China erst damals vom
seitlich als Haken umgebogen ist, auf ' _ ' _
dermkheite Knopf, antik" Bromeguß Westen den Stil der blau weißen Porzellan
(Sammlung Knuth-Tsinanfu) malerei übernahm. Europa kannte bisher nur