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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 10)

ders die Pflanzen, freier aufgefaßt sind, möchte ich den östlichen Einfluß

vermuten. Untersuchungen unter diesem Gesichtspunkte, vor allem aus der

Kenntnis der chinesischen Kunst heraus, fehlen noch vollständig.

Schließlich glaube ich, daß unter der Fernwirkung dieses Naturalismus,

zu einer Zeit, da er im Osten schon blühte, aber im Westen noch unbekannt

war, allmählich in lokaler Umgestaltung die freien Formen, wie zum Beispiel

derZahnstocher in Salamander- Ähnlichkeit an sich ist gar kein

gestalt (Heft 6 und 7, Abb. 95) Beweis und kann eine ganz

sich entwickelten. Auch in der vorübergehende Einzelerschei-Wahl

 des Tieres möchte ich nung sein. Wichtiger ist es, den

einen losen Anklang an die Stil, im weitesten Sinne ver-Drachengestalt

 (Abb. 5) er- standen, der Zeiten undVölker

blicken. Die Ausgestaltung hat zu erfassen und die Übereinnatürlich

 gar nichts mit China Stimmungen zu erkennen. So

zu tun und dürfte nur den neuen ist das stilisierte Wolkenband

Lehren entsprechen, die weit auf persischen Teppichen in

aus dem Osten gewandert wa- der Art der Ausführung gar

ren. Ich weiß, daß die Gotik be- nicht chinesisch, vielmehr eine

reits einen Naturalismus besaß, typisch westasiatische Umaber

 das verhindert nicht, daß formung einer östlichen Idee.

im XV. Jahrhundert Ostasiens Andererseits erblicke ich in

Kunstprodukte eine neue An- den phantastisch verschwom-.

 .. . . Abb. s. Chine- - ..

regung lIl ahnlichem Sinne mehr Güneb menen, steil zerklufteten Gegaben.

 Ebenso wie die heutige haken mit pla- birgsformen der monochrom

Schrift- und Plakatkunst vielen :':;ce':e;"sgg:; gemalten Landschaften von

Renaissancedrucken durchaus chenundurnge- Leonardo eine typisch ostasianahesteht

 und die moderne Pog'"'m"'fk'n tische Kunstform, die nirgends

Entwicklung doch durch Japan ZQÄZjYQTZEf, in der Welt vor den chinesibeeinflußt

 wurde. d" Rücksfi" schen Malern der Sung-Zeit

Wenn Motive und For- äZ;""„f"",'jjf (960-1280) ausgeübt worden

men genau übereinstimmen, fhrivtlichßm ist. Und in diesemSinne möchte

so können zufällige Nach-  ich die naturalistische Form

bildungen vorliegen, aber eine des Zahnstochers als Ausklang

einer ostasiatischen Auffassung erklären, vielleicht stammt auch die Gebrauchssitte

 aus Asien.

Dem durch die Malerei der Tang-Zeit (618-960) zur Blüte entwickelten

Naturalismus geht in China eine Flächendekoration voraus, die noch ganz

im Banne westlicher Ornamentik steht. Im IV. Jahrhundert beherrschten die

reichen Kultformen des Buddhismus aus Zentralasien den Stil im Osten. Mit

der gräko-indischen Buddhatigur kamen hellenistische Ranken und westasiatischeWeiterentwicklungen

 antiker Ornamente, die heute längst verlorengegangene

 Kun stsprachen aus West- und Zentralasien übermittelten. Einzelne

Ornamente hat der Zufall auf Steinreliefs (Abb. 7) im Norden von China

erhalten. Hier sehen wir die lokalen Formen eines Stiles, der das Bindeglied
            
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