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Object: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1869 / 55)

3. Stoffe; Wund-, Möbel- und Kleidnngsstoße in Weberei, Druck, Stickerei etc. 
umfassend. 
4. Ornamente von vermischter Gattung, namentlich fiir Zeichnung und Druck. 
Der Anhang umfasst die decorativs figiirliche Plastik und Malerei (ein- 
schliesslich der Glasmalerei), Coltüm, Heraldik und Schrift. 
Jede dieser Abtheilungen und Unterabtheilungeu ist soweit möglich nach den Kunst- 
stilsn und nach der Zeitfolge geordnet, wobei die folgenden Gruppen und Bezeichnungen 
festgehalten worden sind: 
Antik (griechisch und römisch). 
Orientalisch (assyrisch, igyptisch, altpsrsisch, - maurlsch, arabisch, türkisch; 
- indisch, chinesisch, japanesisch). 
Romanisch (altchristlichar, byzantinische: und eigentlich romanischer Stil), 
Gothisch (iralienisch, französisch, deutsch-niederländisch, englisch). 
Renaissance (italienisch XV. und XVI. Jshrh.; französisch, deutsch-niederl. etc. 
xvr, Jahrh.) i 
Berocksiil XVIL Jnhrh. (französisch [Louis XIV], italienisch, deutsch etc.). 
Rococo XVllI. Jahrh. (französisch [Louis XV], deutsch etc.). 
äiopf XVTII. Jahrh. (französisch [Louis XVL], deutsch etc). 
o d e r n. 
Wünscht also z. B. der Gewerbtreibende Vorbilder von Renaissance Jlöheln zu 
sehen, so findet er i.n einer, bezüglich mehreren Mappen Alles vereinigt, was nnderwärts 
in den verschiedenen Sammelwerken einzeln aufgesucht werden muss und ebenso üir jeden 
der ohengenannten Gewerbszweige und jeden Kunstsül. 
Die Abgrenzung der Stilgruppen ist freilich nicht überall genau festzustellen, in 
mehreren Abtheilungeuauch praktisch nicht durchzuführen. Im Grossen und Ganzen aber 
wird der Besucher der Sammlung iiberall nur Zusammengehörigas in einer AbtheiA 
lung finden, und die Direction des Museums wird selbstverständlich bemüht sein, durch 
Anweisung und Erläuterung die Benutzung der Sammlung möglichst zu erleichtern und 
zu fördar . (Weim. Ztg.) 
Vorlesungen im luseum. 
Am 17. Februar gab Herr Gastes Falke noch eine Ergänzung seiner vier Vorträge 
über die künstlerische Ausstattung der Wohnung. Er besprach den Tisch, insbesondere 
in seiner Eigenschaft als Speisetafe l. Von den Dingen, welche zusammenwirken, um den 
Tisch In schmücken, kam znvörderst das Tischtuch in Betracht, welches, sei es für den 
Salontisch oder die Tsfel bestimmt, verkehrter Weise hauptsächlich da ornamentirt zu 
sein pilegt, wo es von Büchern, Nippessachen oder Geschirr bedeckt wird, während das 
Hauptgewicht auf die Bordüre gelegt werden sollte. Bei dem Tischgedecke wurde die 
Rückkehr zu massvoller farbiger Ornamentation empfohlen, anstatt der Musterung, welche 
nur durch den Wechsel zwischen glänzenden und matten Partien ausgeführt wird und 
daher nur unter einer gewissen Beleuchtung überhaupt sichtbar ist. 
Nach und nach emancipirt hat sich von der absoluten Fsrhlosigkeit, welche noch 
das Leinengedeck beherrscht, das Porzellangeschirr; doch wurde euch da auf die sinnwi- 
drige Art der Bemalung der inneren Fläche der Schüsseln und Teller, welche bestimmt 
sind von Speisen bedeckt zu werden, hingewiesen. Die Mode, Fayencegeschirr wieder vor 
dem Porzellan zu bevorzugen, bezeichnete der Redner als eine unberechtigte, wogegen die 
Nachahmung der Formen und der kräftigeren Färbung der Majoliken für Frnchtschalen, 
Blnmengefässe, Krüge u. dgl. wohl zu empfehlen sei. Dem Caifee- und Thaegeschirr, du 
heute noch seinen chinesischen Ursprung verräth, wären nicht, wie es zur Zeit des Empira 
versucht wurde, antike Formen aufsuzwängen, vielmehr müssen die bestehenden Formen 
veredelt werden. Richtiger hat sich das Glasgeschirr entwickelt, dessen natürliche Vorzüge 
der Durchsichtigkeit und Strahleuhrechung sowohl bei den feinen zierlichen Formen mit 
eingeechlitfenen oder gravirten Ornamenten unserer Fahrication, wie bei den facattirten 
englischen Brillsutgläsern zu voller Wirkung kommen. Desto weniger erfreulich steht es 
um die Metellgefässe, auf welche weder die antiken, noch die Benaissancearheiten bis jetzt 
Einßuss genommen haben. Einer eingehenden Kritik wurden endlich die Tafeleufsätze 
unterzogen, welche in der Regel ansser aller Beziehung zu ihrem Zwecks stehen und 
gewöhnlich noch den Blick von einer Seite der Tafel zur anderen verstellen. Die ganze 
Betrachtung hatte und erreichte auch den Zweck, den Hörern zum Bewusstsein zu bringen, 
dass dem ästhetisch Gebildeten auch die gedeckte Tafel wie ein würdiges,wenn auch nur 
für den Augenblick entstandenes Kunstwerk erscheint, dass sie zum materiellen auch denNo full text available for this image
	        
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