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MAK

Full text : Jahresbericht (1868)

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verwendenden gedeckten Hofe des Gebäudes und dem blassen Verputze der übrigen Gliederungen

 Fir die Ausscbmückung dieses Saales tbeils Unterberger Marmor, tbeils Wöllersdorfer

 Stein verwendet werden sollen.

Mittlerweile sind die Fundirungsnrbeiten völlig beendet und die Mauernug an allen

Theilen des Gebäudes bis zur Höhe des Strnssenpdasters und über dasselbe vorgesebritten.

ach dem Plane der Architekten, der voraussichtlich ohne Anstand durchzuführen

sein windl soll des Gebäude noch im laufenden Jahre - im Spiitherbste - unter Dach

gebracht und im Juhre 1870 auch im Innern vollendet werden. Im Spiitberbste 1870

sollten sodann das Buresu und eventuell die Bibliothek des Museums in das neue Gebäude

übersiedeln, wo auch bereits die Varlesungen im Winter 1870171 stattzuünden hätten.

Die übrigen Locelitäten werden mit einer grossen kunstgewerblichen Musterausstellung

(voraussichtlich vom l. März 1871 an durch drei Monate) eröffnet und nach Beendigung

dieser Exposition, während gleichzeitig das Mnseumsgebiiude am Ballplatze geschlossen

wird, von den Sammlungen des Museums bezogen werden.

XIII.

Kunstgewerbeschule.

Die Kunstgewerbeschule, deren Begründung, das jahrelang verfolgte Ziel der Bemühungen

 der Museums-Direction, mit der a. h. Entschliessung Sr. Majestät vom 21. September

 1867 summt dem vorgelegten Statuten-Entvrurf genehmigt worden war, hat im

Laufe des Jahres 1868 alle weiteren Vorbereitungsstadien zurückgelegt, um im October

desselben Jahres thatsächlich eröiinet zu werden.

Für die Einleitungen zur Erödnung der Schule und zur höheren Ueherwacbung derselben

 wurde, wie der Jahresbericht pro 1867 schon gemeldet, vom h, Ministerium fiir

Cultus und Unterricht ein Aufsichtsrath bestellt, welcher aus dem Director des Museums,

Regierungsrath v. Eitelberger, als Vorsitzenden, den Mitgliedern des Curatoriurns Dr.

Brücke, Ed. Engertli, Heinr. v.Ferstel und dem Vicepriisidenten der n. ö. Handelsund

 Gewerbekammer Jes. v. Reckenschuss zusammengesetzt ist.

Die unmittelbare Leitung dieser Anstalt ist dem Lehrkörper übertragen, der aus

den Professoren der Fachschule für Baukunst (Architekt Josef Storch), der Fachschule

fiir Plastik (Bildhauer Otto König), der Fachschule für iigurales und ernamentales Zeichnen

 uud Malen (Prof. Ferd. Laufberger und Friedrich Sturm) und jenem der Vorbereituugsschule

 (Prof. Michael Rieser) besteht. Das Directorat wird statutenmässig jederzeit

 auf blos zwei Jahre einem der Professoren der Fachschulen übertragen; für die ersten

zwei Jahre führt dasselbe Herr Architekt Storck.

Bis zur Vollendung des neuen Museum-Gebäudes, in welchem auch die Localittiten

der Kunstgewerbeschule untergebracht werden, wurden der Schule in dem sog, Gewehrfabriksgebiiude,

 Wiihriugerstrasse Nr. l, provisorische Räumlichkeiten überwiesen, nach

deren entsprechender Adaptirung die Eröffnung der Schule im October 1868 erfolgte.

Zur Unterstützung dieses Institutes hat die n. ö. Hsndels- und Gewerbekammer,

welche dem Museum überhaupt vom Anbeginne seiner Wirksamkeit ihre ebenso eifrige

als intelligente Mitwirkung geliehen und seit Jahren Iiir die Förderung des gewerblichen

Unterrichtes durch das Museum einen jährlichen Betrag von 1000 d. in ihr Budget eingestellt

 hatte, beschlossen, von dieser Summe eine Quote von 500 il. für die Lehrmittel.

sarnmlung der neuen Kunstgewerbeschulc zu verwenden.

Eine ebenso werthvslle Unterstützung ist dem Institute der Kunstgewerbeschula

von dem k. k. Handelsministerium zu Theil geworden. Dasselbe hat sich geneigtest verunlasst

 gefunden, durch ein Rundschreiben an die Handels- und Gewerbekammern darauf

hinzuweisen, dass dieses Institut statutenrnässig nicht blos die Aufgabe habe, im ordentlichen

 Schulgange Zeichner und Modelleure für Fabriken und Gewerbe heranzubilden,

sondern dass es statutenmässig auch gestattet ist, dass sich Zeichner, Modelleure und

Werkfiihrer, welche in Fabriken, Werkstätten und Ateliers thätig sind, zur Vervollkommnung

 ihrer künstlerischeu Ausbildung als Hespitanten (aussererdentliche Schüler), ohne

an den bestimmten Lehrplan der ordentlichen Schüler und an deren Stnudeneintbeiluug

gebunden zu sein, sowohl an dem praktischen Unterrichts im Zeichnen, Malen und Modelliren,

 als an den theoretischen Fächern weiter ausbilden können; eine Einrichtung,

welche insbesondere darauf berechnet ist, auch den Fabrikanten und Zeichnern in den

verschiedenen Kronliindern, welche bisher keinerlei Gelegenheit hatten, die Lücken ihrer

künstlerischen Ausbildung zu ergänzen, die Möglichkeit zu ihrer weiteren Vervollkommnung

 daraubieten.
            
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