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Full text: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 12)

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Tausende von Händen wandern, 
wohnt eine werbende Kraft inne, 
die alljährlich neue Anhänger 
gewinnt. Eine ganz charakteristische 
Wiener Note, deren Entwicklung vor- 
wiegend der Wiener Kunstgewerbe- 
schule zu danken ist, hat hier Fuß 
gefaßt und einen breiten Boden ge- 
funden, der immer fester wird. 
Auch sehr angesehene Künstler 
verschmähen es nicht, diesen Stück- 
chen Papier ihre entwickelte Form- 
gewandtheit zuzuwenden, sie wissen 
zu gut, daß solche Blättchen bereits 
zu den kleinen Freuden des Groß- 
stadtlebens gehören, daß sie oft große 
Dinge fördern geholfen haben. 
Wenn wir noch den Fortschritten 
unser Augenmerk schenken, welche 
die künstlerische Lichtbildaufnahme 
zu verzeichnen hat, so müssen wir 
auch hier vor allem ein Wachsen in 
die Breite verzeichnen. 
Der Höhepunkt der Entwicklung 
mag ja von den Amateurphotographen 
schon seit langem erklommen worden 
sein. Es ist aber sehr wertvoll, daß 
man konstatieren kann, wie groß be- 
Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe. Zier- reits die  der Berufsphotographen 
schale, Silber vergoldet, mit Cbrysoprssen und Elfeu- 1st, d1e dar Pßftfätaufnahfne nafüfhche 
bemfüßm  :::'o':'sfg1::c?"s ROM" Beobachtung und malerische Qualitä- 
ten zu geben bestrebt sind. Ebenso ist 
es erfreulich zu sehen, daß die gediegene Wiedergabe künstlerisch wertvoller 
Bauwerke, Denkmäler, Landschaftscharaktere insbesondere aus den so lange 
stiefmütterlich behandelten Teilen der Monarchie eifrig gepflegt wird. 
Die diesjährige Kunstgewerbeschau des Österreichischen Museums 
mag ja mancherlei Wünsche noch unerfüllt lassen. Das wird bei jeder 
Schaustellung jährlicher Art der Fall sein, die ja nicht sehr weitgreifend und 
nicht immer lange vorbereitet sein kann. Gerade aber als Ausdruck einer 
jahresarbeit gibt sie einen Blick über das auf den verschiedensten Gebieten 
zuletzt erreichte Niveau. Und da muß es jedem Einsichtigen und Wohl- 
wollenden innige Freude bereiten, wenn er sehen kann, wie viele Gebiete bei 
uns schon mit neuem, warmem Leben erfüllt sind; wie groß die Zahl ernst 
schaffender und erfolgreicher Kräfte ist, die am Werke sind, ein österrei-
	        
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