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MAK

Full text : Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

anschließen. Es galt die Abstammung des Stifters aus fünfzehn verschiedenen

Geschlechtern übersichtlich darzustellen, und es wurde dabei so vorgegangen,

daß in die Mitte das eigene Stammwappen, rechts und links davon die von

Mutter und Gattin gesetzt wurden. jedes dieser Wappen gilt weiter als das

eines Urgroßvaters und unter jedem finden sich dann wieder die Schilde von

deren Müttern und Gattinnen. Das Wappen des vierten Urgroßvaters (von

Eps) mit den entsprechenden Schilden findet sich in der rechten oberen Ecke,

die drei korrespondierenden Schilde sind die von älteren Stammüttern aus

der Trenbachschen Filiation. Wie bei fast allen derartigen umfangreichen

Ahnenproben sind auch hier gewisse Irrtümer und absichtliche Modifikationen

zu konstatieren. Es ist hier nicht der Ort, auf diese Fragen näher einzugehen?

Was uns hier interessiert, ist außer den neuen Formen des Blattschnittes

das peinliche Vermeiden jeder harten Linie, die, wie es scheint, im bewußten

Gegensatz zu der Art steht, wie der ältere Meister bei dem oben erwähnten

Stein für Jörg Gradner und seine Frauen in Straßgang die ähnliche Aufgabe,

mehrere Wappen auf einem Stein zu vereinigen, erledigte.

Die gleiche Auffassung zeigt bereits der schöne Stein, den sich Hans

Preys von Pilgreinsgrein (1- 1485) in einer Kapelle der Salzburger Peterskirche

(Abb. I9) noch bei Lebzeiten setzen ließ. Die einzelnen Formen schließen

sich enger an die ältere Art an; der Blattschnitt kommt dem des Helfendorfer

Steines zu Gars am nächsten. Die Anordnung der Decken aber ist ganz neuartig,

 und ich möchte glauben, daß für sie das Vorbild des Laufener Epitaphs

für Marx von Nußdorf nicht ohne Einfluß gewesen ist. Erwähnenswert

scheint mir an diesem Stein der erste schüchterne Versuch einer mit

dem Bohrer hergestellten Schnecke im Blattwerk, wie wir sie auf den

späteren Steinen als Regel finden. Sie wird für das Deckenwerk des jungen

Salzburger Meisters, der sich mit diesem Stück aus der Schule des älteren

zu befreien beginnt, in der Folgezeit höchst charakteristisch und in seiner

Werkstatt bis in die Mitte des ersten Jahrzehnts des XVI. jahrhunderts regelmäßig,

 schließlich bis zum Überdruß verwendet. Dann dringen wieder neue

Formen ein, die den späten Wappengebilden dieses Meisters ein gänzlich

anderes Aussehen verleihen. Es soll auf diese Entwicklung, die weit von der Art

des Meisters, dem diese Ausführungen in der Hauptsache gelten, abführt,

nicht weiter eingegangen werden. Das Gesagte genügt, um zu zeigen, wie

wenig nachhaltig seine Kunst gewesen ist. Technisch von hervorragender

Befähigung, ist er in der langen Zeit seines Wirkens - es erstreckt sich

über mindestens ein halbes Jahrhundert - über die Variation eines einmal

gefundenen Schemas nicht hinausgekommen. Stillstand ist das Stichwort

seines Schaffens. Dennoch schien es mir gerechtfertigt, die wichtigsten

Werke" dieses in seiner Art alleinstehenden Salzburger Steinmetzen einmal

" Ich habe den Fall ausführlich besprochen in den familiengeschichtlichen Blättern (Leipzig, Zentralstelle

für deutsche Familien- und Personengeschichte), Jahrgang VIII (1910), S. x57 E.

i" Auf lückenlose Aufzählung seiner Werke machen diese Ausführungen selbstverständlich keinen

Anspruch. Es wird namentlich östlich der Salzach noch manches Stück von seiner Hand zu finden sein, dessen

Einreihung in die hier zu geben versuchte Entwicklung der lokalen Forschung überlassen bleiben muß.
            
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