MAK

Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

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zusammenzustellen, erhebt er sich doch trotz aller Mängel noch weit über den 
Durchschnitt seiner bayrisch-österreichischen Zeitgenossen mit Ausnahme 
vielleicht derer des Straubinger Kunstkreises, und ist doch die hohe Bedeutung 
Valkenauers für die süddeutsche Kunst erst aus der Betrachtung dessen voll 
zu würdigen, was vor ihm war. 
 
AMERIKANISCHE KUNSTAUSSTELLUNGEN 
DER SAISON 1910 BIS 1911 50' VON CLARA 
RUGE-NEWYORK 54b 
AS Gesamtbild der Newyorker Kunstsaison wird immer 
komplizierter. Unser Ausstellungswesen ist so zer- 
splittert, daß es gar nicht so leicht ist, einen rich- 
tigen Überblick zu gewinnen. Um das zu können, 
muß man vom üblichen Pfade, der nach den jähr- 
lichen Ausstellungen führt, abweichen. Das gilt 
zunächst für Bilder und Skulpturen, deren Schöp- 
fer in den Jahresausstellungen nicht immer ge- 
nügend mit charakteristischen Werken ihrer 
Kunst vertreten sind. 
Um zu einem richtigen Urteil zu gelangen, 
muß man in die vielen Spezialausstellungen der verschiedenen Kunst- 
galerien an der Fünften Avenue gehen und überdies noch die Künstler 
in ihren Ateliers besuchen. Mit jedem Jahr wird die Zahl der Künstler und 
Künstlerinnen größer, die sogenannten offiziellen Ausstellungsräume sind 
aber noch nicht vermehrt worden. Amerikas Metropole hat große Theater 
und Musiksäle, sie hat auch die höchsten Gebäude der Welt, die bildenden 
Künste aber müssen sich noch immer mit ungenügenden Räumen begnügen, 
in denen nur wenige Künstler ausstellen können. Fast noch schwieriger aber 
ist es, sich ein Urteil über den Stand unseres Kunsthandwerks zu bilden, das 
quantitativ und besonders auch qualitativ fortschreitet. Der Fortschritt ist 
aber in keiner allgemeinen umfassenden Ausstellung zu sehen, weder in 
Newyork noch anderswo in den Vereinigten Staaten. 
Die Newyorker National Society of Craftsmen hat sich zwar schon 
seit einiger Zeit bemüht, durch ihre Ausstellungen ein Gesamtbild des kunst- 
gewerblichen Schaffens zu bringen. Auch sollten sie den Kunsthandwerkem 
so viel als möglich helfen, bekannt zu werden; vor allem auch beim Ver- 
kauf der Gegenstände den verteuernden Zwischenhändler zu ersparen. In 
den ersten Jahren nach der Gründung dieser Gesellschaft konnten natürlich 
noch keine umfassenden Ausstellungen erwartet werden. Es galt zunächst, 
das Vertrauen der Künstler zu erwerben. Immerhin waren mit jedem neuen 
jahr Fortschritte zu verzeichnen. Man erweiterte die Gebiete und hoffte, daß 
sich auch solche Teile des allgemeinen Kunstgewerbes in beträchtlicher Zahl 
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