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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

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Professor Rhead ist der Ansicht, daß man dem Schüler Motive geben 
muß, doch soll ihm bei der Ausführung soviel als möglich die Selbständigkeit 
gelassen werden. Der Unterricht habe namentlich das Ziel, den Schülern die 
Kenntnis der verschiedenen technischen Methoden der Keramik zu vermitteln. 
Außer mit den jetzt üblichen Arbeitsmethoden in der Töpferei und dem Glasur- 
verfahren sucht Herr Rhead die Schüler auch mit Sgraiitto, Majolika und 
andern Prozessen bekannt zu machen, die nicht mehr so häufig angewendet 
werden. Auf diese Weise kann der Schüler am leichtesten finden, was ihm 
zusagt, und er kommt in die Lage, seine Ideen in einer persönlichen Art aus- 
zuführen. Herr und Frau Rhead haben längere Zeit Experimente gemacht, um 
Arbeiten mit Mattglasuren, die detaillierten Dekor zeigen, herzustellen. Als 
 
Tonplanen und Vasen mit Hnchzm Relizfdekor, man glasiert, von Fred H. Rhead 
aber die Glasuren immer wieder ineinanderflossen, benutzte Herr Rhead 
schließlich Nadeln von verschiedener Stärke, mit denen er die Konturen 
einritzte. Er befolgte dabei eine ähnliche Methode, wie man sie bei der Blei- 
einfassung in der Glasmalerei benutzt. Zwei Paneele mit Pfauenmotiv sowie 
eine Vase mit Figuralem Dekor, die in Newyork ausgestellt waren, bewiesen, 
daß diese Technik ausgezeichnet wirkt. Diese Art Arbeiten werden, wenn 
die Zeichnung_ mit der Nadel in den weichen Ton geritzt und dann mit 
.Mattglasur bedeckt ist, nur einmal gebrannt. Auch sonst brachte die Aus- 
stellung noch künstlerische Keramik von Herrn und Frau Rhead; Arbeiten, 
die in einer andern Dekorationsweise ausgeführt waren und zum Teil durch 
das Pilzmotiv eigenartig wirkten. 
Fräulein Risque, die auch Bildhauerin ist, aber viele ihrer Arbeiten in 
Keramik ausführt, hat sehr bewegte Figuren geschaffen. S0 war die Figur 
einer jungen Tänzerin ausgestellt, deren Gestalt mit matter, weißer Glasur
	        
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