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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

gegeben, kraftvolle Einfachheit zu pflegen. So 
bildet die französische Kollektion einen immer 
wieder erquickenden Born von Anregungen 
und gibt zugleich einen sehr hoch reichen- 
den Maßstab derKritik, den nur äußerst wenige 
lebende Künstler vertragen. Gerade für Wien 
wäre es sehr wichtig, wenn recht viele Künst- 
ler und Kunstfreunde diese Sammlung in der 
Galerie Miethke aufsuchen würden. Glück- 
licherweise haben von letzteren schon einige 
den Mut gefunden, von den so hoch bewerte- 
ten Bildern einzelne festzuhalten. Und wenn 
man sich überzeugen will, wie fördernd der 
Einiluß dieser Kunst auf eine begabte und 
ernste Nation wirken kann, so braucht man 
nur die gleichzeitige so anregende Ausstellung 
norwegischer Künstler im l-lagenbund anzu- 
sehen und wird finden, wie fruchtbringend 
diese Anregungen sind. 
 
Meißener Porzellan. Uhrgehäuse mit Amor 
AGENBÜND. Nordische Gäste haben uns mit ihrem Besuch erfreut. Eine 
Gruppe norwegischer Maler füllt die Räume in der Zedlitzgasse mit anregenden und 
tüchtigen Arbeiten, die jene erfrischende, belebende Atmosphäre atmen, welche ja im 
Norden Europas auch auf geistigem Gebiete vorherrscht. 
Denn dieser geographische Norden ist mit der übrigen Welt in stetem Kontakt, er 
sendet überall dort seine Landessühne hin, wo Fortschritt und Entwicklung zu Hause sind. 
Der norwegische Künstler ist in den großen Kunstzentren Europas ein aufnahmsfähiger 
Gast, der in seine Heimat zu- 
rückkehrt mit weitem Blick und 
doch ungeschwächtem National- 
gefühl. 
Diesmal war das Programm, 
die jüngeren norwegischen Künst- 
ler vorzuführen. 
Diese Jugend erscheint aber 
nicht führerlos und nicht oppo- 
sitionell. Ihnen voran schreitet ja 
Edward Munch, der, x863 ge- 
boren, einst in seiner kraftvollen 
und höchst bestimmten Eigenart 
revolutionierend auftrat, heute 
wie ein Führer und Lehrer einer 
großen Gruppe dasteht. 
Er erscheint noch immer 
als der Stärkste, in ungebrochener 
Kraft, mit seinem prachtvollen 
Schwung und seiner feinen Ton- 
empfmdung, seiner wuchtigen 
konzentrierten Art der Malerei 
und seinem entwickelten Sinn für 
farbige Stimmungswerte. Energie 
Meißener Porzellan. Elßler und Taglioni und Sentiment verbinden. 
 
x15"
	        
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