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MAK

Full text : Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

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berges im jetzigen Freiamt, Kanton Aargau, gelegene Benediktinerabtei Muri

war um das Jahr 1027 von Wernher I., Bischof von Straßburg, gegründet und

vom Kloster Einsiedeln mit Mönchen versehen worden, deren erster Propst

Reginbold aus Solothurn war. Bischof Wernher, ein Enkel Guntrams des

Reichen, des Ahnherrn des habsburgischen Geschlechtes, überließ dem

Kloster alle seine ererbten Güter, gab dem Konvent die freie Abtwahl und

übertrug die Schirmvogtei des Stiftes an die Habsburger, von denen viele

dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben}

Der Nachfolger des Propstes Reginbold, Burkhard, wurde später zum

ersten Abte von Muri gewählt. Diese habsburgische Stiftung gewann sehr

bald eine hervorragende Stellung unter den Klöstern. Papst Julius II. verlieh

am 12. Juli 1507 dem Abte Johannes Feierabend

 und seinen Nachfolgern das Recht,

die Pontifikalien zu gebrauchen. Kaiser

Leopold I. erhob mit Diplom d. d. Wien, am

20. Dezember 170 I den Abt vonMuri, Placidus

zur Lauben, Freiherrn von Thum und Gestelenburg

 (1648-1723) und seine Nachfolger

 in den Reichsfürstenstand, der den

Äbten bis zumJahre 1810 verblieb. Dabei

besaß die Abtei noch das Privilegium, daß

ihre Konventualen bei ihrem Eintritte in

das Kloster adelig wurden. Infolge eines

Regierungsbeschlusses des Kantons Aargau

 mußten am 27. Jänner 1841 die Benediktiner

 unter ihrem 46. Abte Adalbert Regli

(erwählt 1838) das Stift Muri verlassen, das

sie 814 Jahre besessen hatten. Wie bereits

bemerkt, fanden sie in Österreich gastliche

Aufnahme und konnten am 24. Juni 1845 das ehemalige Chorherrenstift Gries

beziehen. Die alten Siegel von Muri zeigen um die Mitte des XIII. Jahrhunderts

 den heiligen Benedikt, im XIV.Jahrhundert benutzten der Abt und Konvent

 voneinander verschiedene Siegelbilder; der Abt den heiligen Benedikt

wie früher im gemeinsamen Siegel, der Konvent den heiligen Bischof Martinus,

den Patron des Stiftes. Unter Abt Hermann Hirzel (1465-1480) erscheint

zum erstenmal die gekrönte goldene Schlange im blauen Felde als Wappen

des Konventes von Muri, deren Bedeutung leider in Vergessenheit geraten

ist. Abt Johannes Feierabend nahm 1508 für das Stift Muri ein redendes

Wappenbild (Murus:-Mauer einer Stadt etc.) in Gebrauch, eine silberne,

gefugte Mauer mit drei Zinnen in einem schwarzen Feld, welches Wappenbild

 er auf Glasscheiben und andern Gegenständen anbringen ließ, doch

Abb. r 1. Wappen des Abtes von St. Gallus,

Augustin lll. Rothentlue, 1906

" Der vorhandene Stiftungsbrief vom Jahre 1027 ist ein Falsum, ebenso lassen sich die Angaben der

Chronik von Muri über die Personen, die bei der Gründung von Muri eine Rolle gespielt haben sollen, Ita von

Lothringen und Ratbot von Alrenburg (Ü-Habsburg, in keiner Weise ausreichend belegen.
            
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