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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 5)

 
chronologischer Folge 
besprechen. Die nach- 
weislich frühesten Ar- 
beiten sind drei Apo- 
thekertöpfe, die vor ei- 
niger Zeit in Middel- 
burg an der Stelle, wo 
das Krankenhaus der 
ehemaligen Prämon- 
stratenserabtei gestan- 
den hatte, gefunden 
wurden (Abb. 1 und z); 
diese Abtei wurde nun 
x 570 aufgehoben, daher 
müssen die Töpfe vor 
diesem Jahre entstan- 
den sein. Man dachte 
erst, daß sie nicht 
holländisches, sondern 
italienisches Fabrikat 
seien, denn die ver- 
Abb. 5. Teller aus dem Anfang des XVH. ]ahrhunderts, Durchmesser des wandten Farben, das 
Mittelfeldes I2 Zentimeter (Photo Versluys) dunkle Blau, das Gelb- 
braun und das Manganrot - bei dem größeren Topf sind die auf der Repro- 
duktion hell erscheinenden Streifen blau und die eigenartigen auf der Repro- 
duktion gleichmäßig dunkel erscheinenden Verzierungen abwechselnd gelb- 
braun und manganrot, bei dem andern sind die Streifen ebenfalls blau, das breite 
Band in der Mitte manganrot - erinnern lebhaft an die Farben der Arbeiten 
von Faänza. In der Sammlung Godman in London, wo sich ähnliche kleine 
Apothekertöpfe befinden, werden dieselben auch von Henry Wallis als italie- 
nisches Fabrikat angesehen, mit Unrecht. Denn nach den Untersuchungen, 
die Dr. A. Pit, der Direktor der kunstgewerblichen Abteilung des Rijks- 
museums, diesen frühen Produkten der holländischen Keramik gewidmet hat 
(siehe dessen Aufsatz in Oud-Holland 1909), haben wir es hier ganz zweifel- 
los mit holländischen Arbeiten zu tun. Einmal ist nämlich die italienische 
Glasur viel matter, und zweitens weicht die Form sehr merkbar von den uns 
bekannten italienischen „albarelli" ab; bei diesen wie bei den persischen, 
woraus sie sich entwickelt haben, trifft man wohl dieselbe Verengung in der 
Mitte, aber der obere Rand und der Fuß ist bedeutend schmäler als die 
Schultern, was der Form eine besondere Eleganz verleiht. Diese Eleganz 
vermissen wir bei den holländischen Produkten. 
Beinahe ein halbes Jahrhundert später sind wir dann schon bei dem 
schönen Topf mit den zwei I-Ienkeln (Abb. 3), der mit den Wappen von 
Amsterdam (links) und Haarlem (rechts) geschmückt ist und die Jahres-
	        
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