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MAK

Full text : Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 5)

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weniger rohen Schätzung begnügen. Zeitlich am nächsten stehen dem Topf

wohl einige Fragmente von Tellern, die vor einigen Jahren bei der Verbreiterung

 eines Kanals in Delft zutage gefördert wurden. Zwei davon

wollen wir hier besprechen. Der eine zeigt im Mittelfeld die Madonna mit

dem Jesuskind (Abb. 4); sie ist in einen Mantel von einem tiefen Blau gehüllt,

darunter trägt sie ein Kleid von einem kräftigen Braungelb, der Heiligenschein

 und der Strahlenkranz sind von derselben Farbe; das Braungelb gibt

in der Reproduktion den dunkelsten Ton. Das Kleidchen des Kindes, das die

Mutter fest, fast ängstlich an sich drückt, ist grün. Die verwendeten Farben

sind die bekannten der Faenza-Arbeiten. Die Zeichnung, besonders des

Gesichtes der Madonna, mit der rechteckigen Nase, ist noch recht roh, nur

die Farben, besonders das Gelb und das

Blau erfreuen. Dieselbe primitive Zeichnung

 finden wir bei dem Teller mit dem

springenden Fuchs, nur sind die Farben

hier weniger rein und kräftig; Eigenartig

ist hier die schematische Andeutung der

Muskeln des Tieres an Schulter und Hinterpfote

 durch einen runden Fleck. Auf dieselbe

 Weise finden wir die Muskeln auch

bei italienischen Tierdarstellungen auf

Töpferwaren aus dem XV. Jahrhundert

wiedergegeben. Schöner in der Farbe und

auch in der allerdings einfachen Zeichnung

des rein linearen Ornaments glücklicher ist

Abb- öß- Teller aus dem Anfang des XVII- der Teller, in dessen Mittelfeld sich die vier

Jahrhundemh Dmchmess" "B Zmimm" aus dicken Strichen aufgebauten Dreiecke

befinden (Abb. 5), ein Ornament, dem man auch auf frühen Produkten italienischer

 Keramik begegnet. (Vergleiche die Schüssel mit dem Reiter aus der

Sammlung des Monsignore Cajani in Rom, abgebildet auf Tafel x 1 des Werkes

von Darcel und Delange, Recueil de faiences italiennes des XV", XVI" et

XVII' siecles, Paris x86g.)

Deutlichere Verwandtschaft mit italienischen Vorbildern bietet in der

Verzierung der vollständig erhaltene Teller, der in gotischen Lettern die

Inschrift „Eert God" trägt (Abb. 6). Das Mittelfeld ist hier grün, das von

braungelben Linien eingefaßte Band zeigt wie der Rand einen weißen Grund.

Die Initialen der Inschrift sowie das Ornament des Mittelfeldes sind braungelb,

 die andern Buchstaben sind von einem tiefen Blau. Auf dem Rande

wechseln größere gelbbraune Flache Rosetten mit kleineren erhabenen

grünen ab; in den größeren finden sich vom Rand nach der Mitte zu keilförmig

 zulaufende Striche von dunkelblauer Farbe, und die Punkte um die

Peripherie der kleineren sind grün. Das eigenartige margariten- oder

rosettenförmige Randmotiv mit den dünnen, gekrümmten, in kleinen Kreisen

endigenden Stielen ist italienischen Ursprungs. Es findet sich zum Beispiel


            
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