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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 5)

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zunftbecher vom Jahre 1736 mit der Inschrift: „Wer waitz und Korn zu mallen 
hatt, der bring mirs in die mill herab"; ein prachtvoller, reich vergoldeter 
Alt-Wiener Prunkbecher mit der Miniaturansicht des Stephansdomes, von 
Anton Kothgasser, und andere mehr. Eine große Anzahl moderner Gläser der 
verschiedensten Techniken hat Freiherr von Spann, Klostermühl, gespendet. 
Die Besprechung des gerade in den beiden letzten Jahren außerordent- 
lichen Zuwachses an oberösterreichischen Zunftaltertümem würde eine 
eigene Abhandlung erfordern. Zunftfahnen, -truh'en, -zeichen der ver- 
schiedensten Art, -humpen, -schilde gelangten teils im Gefolge der Landes- 
handwerkerausstellung von Igog, teils durch Rückkauf auf der Kölner 
Auktion des Stockholmer Museums, teils durch sonstige Ankäufe und 
 
Abb. ig. Die "Wiege der Alten" von Marchtrenk. oberösterreichisches Jusüzaltertum. 1702 
(Angekauft aus einer Spende) 
Geschenke in großer Zahl ins Museum und bereicherten die Sammlung alter 
Innungsgegenstände um manches singuläre und wertvolle Stück. 
Wir übergehen gleichfalls die nicht unbeträchtlichen Bereicherungen 
der Metall- und der Kostümsammlungen, der Kollektion von alten farbigen 
Wachsbossierungen (die unter anderem um eine köstliche Porträtbüste eines 
glattrasiexten, pockennarbigen Biedermeiers von liebenswürdigster Natur- 
Wahrheit vermehrt wurde), der Uhren, astronomischen Instrumente und 
Beleuchtungsgegenstände, um uns bei den Mobilien ein wenig zu verweilen. 
Diese wurden unter andern um die komplette Wohnungseinrichtung eines 
Micheldorfer Sensenschmiedes (Joh. Georg I-Iolzinger, dessen Sensenwerk 
bis ins XVI. Jahrhundert nachweisbar ist) vom Jahre 1817 bereichert, deren 
Erwerbung die willkommene Möglichkeit bot, die Serie der kulturhistorischen 
Interieurs des Linzer Museums um einen neuen Wohnraum zu vermehren, 
der vom Tage seiner Eröffnung an die stärkste Anziehung auf das Publikum 
ausübte (Abb. 17 und 18). Die Einrichtung solcher Interieurs hat ja nur dann 
einen Sinn, wenn durch einen glücklichen Zufall ein geschlossener Bestand
	        
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