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MAK

Full text : Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 8 und 9)

und vermag darum gerade in der hier dargebotenen Form oft eine starke und anregende

Wirkung auszuüben, je mehr Persönliches und Eigenes er in seine Werke legt.

Welti hat den größten Teil seines Lebens fern von seiner Schweizer Heimat (in

München) verbracht. Erst vor wenigen ]ahren rief ihn sein Vaterland, um ihm einen

großen Auftrag zu übertragen. Er hat die Wandgemälde im Bundespalast nicht ausführen

können, weil ihn ein früher Tod überraschte. So bleibt das Lebenswerk des Künstlers mit

seinen intimen, warmen graphischen und farbigen Arbeiten abgeschlossen, die er in der

Fremde schuf. Die Welti-Mappe dient nun schon als Nachruf.

EITSCHRIFT FÜR ALTE UND NEUE GLASMALEREI UND

VERWANDTE GEBIETEÜ: Das offizielle Organ des Verbandes Deutscher

Glasmalereien stellt sich die Aufgabe, alte und neue Arbeiten dieses Kunstgebietes im

Zusammenhang mit dem Milieu, dem sie entstammen, darzustellen und die Technik sowie

das Material eingehend zu berücksichtigen. Sie greift darum auf die verwandten Gebiete

über, wie auf das Mosaik, das Email, die Keramik; sie bringt die hier mit alten Handzeichnungen,

 graphischen Werken, Miniaturen etc. bestehenden Beziehungen des Gegenständlichen

 wie der Darstellungsweise zur Kenntnis. Ihre Hauptaufgabe sieht sie wohl in

der Erforschung der Glasmalerei vergangener Kunstperioden, verfolgt aber auch mit

Interesse die neuesten Bestrebungen, die auf Ausstellungen und in Werken der Baukunst

und des Kunstgewerbes zutage treten.

Inhalt, Anordnung und Ausstattung stehen auf der Höhe der guten deutschen Kunstzeitschriften.

 Einerseits steht ein Stab bewährter Mitarbeiter aus dem Kreise der Fachgelehrten

 und ausübenden Künstler der Redaktion zur Verfügung, andrerseits gibt das

gebotene reiche und exakte Illustrationsmaterial in farbigen und schwarzen Drucken

vielfältige Anregungen. Es wäre zu wünschen, daß diesem nützlichen Unternehmen

anhaltendes Interesse der Fachkreise ein dauerndes Gedeihen sichernwürde. Es ist als

gediegenes Fachorgan geeignet, aufklärend und fördernd zu wirken.

REISAÜSSCHREIBEN. Der Zweigverein Prag der Zentralstelle für Wohnungsreform

 in Österreich beabsichtigt, Studentenwohnungen einzurichten und die Gesellschaft

 zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen will hierfür

durch ein Preisausschreiben unter deutschböhmischen Künstlern und Kunstgewerbetreibenden

 geeignete Entwürfe beschaffen.

Die Entwürfe können bezüglich Zahl und Art der Einrichtungsstücke ganz frei gestaltet

 werden. Verlangt werden eine Schlaf-, Wasch- und Schreibgelegenheit, Gelasse für

Kleider, Wäsche, Schuhwerk und Bücher, ferner einige Sitzmöglichkeiten. Vielfach

wohnen zwei Studenten in einem Zimmer, und deshalb ist auf eine Lösung Bedacht zu

nehmen, die nötigenfalls die Vereinigung zweier Einrichtungen in einem Zimmer in vorteilhafter

 Weise zuläßt. Die Entwürfe sind im Maßstabe von x : 10 darzustellen, die nötigen

Details in natürlicher Größe.

Außer diesen Wohngeräten wird ein farbiger Entwurf für eine schlichte Zimmerausmalung

 gewünscht, die beizulegende Beschreibung hat alle notwendigen Erläuterungen

bezüglich der Ausführung zu enthalten. Der Herstellungspreis des Wohngerätes ausschließlich

 der Bettpolster darf 400 K nicht übersteigen. Der Wettbewerb ist nur für

deutschböhmische Künstler und Kunstgewerbetreibende offen. Die Entwürfe sind mit

einem Kennwort zu versehen; Name sowie Adresse des Bewerbers sind in einem verschlossenen

 Umschlag unter demselben Kennwort bis zum x 5. Oktober 1912 an die

Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen,

Prag, 1.. Husgasse 20, einzusenden. Für die besten Entwürfe sind drei Preise im Betrage

von 600 K, 5oo K, beziehungsweise 400 K ausgesetzt. Die Preisverteilung erfolgt spätestens

bis zum x5. November 1912.

' München und Leipzig, Verlag Delphin.
            
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