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MAK

Full text : Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 10)

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Kaiserliches Lusxschloß Schönbrunn, große Galerie

Throne so seltene Glück hatte, sich den Gatten nach ihrem Herzen wählen

zu dürfen, umgeben von einer blühenden Kinderschar, für welche sie trotz

aller Regierungslasten in unermüdlicher Fürsorge immer Zeit und Gedanken

frei hatte, konnte sich jenes anheimelnde, bürgerlich gemütliche Wesen des

österreichischen Rokoko entwickeln. Der Briefwechsel Maria Theresias

mit Marie Antoinette aus den Jahren 1770 bis 1780, welchen Alfred von Arneth

publiziert hat, legt beredtes Zeugnis ab für Gemütstiefe, Familiensinn, Herz

und Verstand der großen Kaiserin.

Franz von Lothringen, ein schöner, stattlicher, fröhlicher Mann, war

vielleicht noch mehr als die Kaiserin selbst ein starkes Element für die Verinnerlichung

 und Hebung der heimischen Kunst. Durchaus französisch

gebildet, war er ein starker Hasser Frankreichs, seitdem er schweren

Herzens x736 den schmerzlichen Entschluß fassen mußte, an dieses sein

Stammland Lothringen abzutreten. Auf seine Veranlassung wurden mehrere

lothringische Künstler nach Wien berufen, wie der geniale Jadot de Ville

Issey, der Erbauer der Aula (Akademie der Wissenschaften), deren Fassadenbildung

 zu den reizvollsten Schöpfungen der Maria Theresianischen

Epoche gehört, und Bertrand aus Luneville, der als Schloßhauptmann von

Schönbrunn auf die Gartenarchitektur wie auf die Inneneinrichtung des

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