bUZ
Lustschlosses Einfiuß genommen
haben mag. Kaiser Franz
war ein Mäzen, der gerne
künstlerische Talente förderte,
er war die Seele der
ersten industriellen Versuche
in Österreich, betätigte sich
zeichnerisch und malerisch
und nahm an dem Unterrichte
teil, welchen Gabriele
Bertrand, die Tochter des
Vorgenannten und spätere
Gemahlin des Bildhauers
Beyer, des Schöpfers der Statuen
im Parterre des SchönbrunnerParkes,
den Erzherzoginnen
Marie Christine, Charlotte
und Marie Antoinette im
Zeichnen und Malen erteilte.
Das Schönbrunner Schloß
enthält noch eine ganze Reihe
der in diesen Unterrichtsstunden
entstandenen Arbeiten,
darunter von der Hand der
Wandtisch aus dem kaiserlichen Lustschloß Schönbrunn Erzherzogin Mafia Chfistine
die zwei reizenden Bildchen
Maria Theresia und Franz I. mit dreien ihrer Kinder bei der Nikolobescherung
und Kaiser Josef am Wochenbette seiner ersten Gemahlin. Diese Bildchen
sind für uns von besonderem Interesse wegen des patriarchalischen Charakters
der Darstellung und der höchst einfachen Möbel, welche zum
Bestande der betreffenden kaiserlichen Zimmer gehört haben müssen.
Eine ganze Reihe durch Rang, Wissen und Stellung hervorragender,
dern Hofe nahestehender Männer haben auf die Entwicklung der sittlichen
und geistigen Kultur Österreichs im XVIII. Jahrhundert mächtigen Einfluß
geübt, ohne den sich der typische Charakter der heimischen Kunst dieser
Epoche nicht denken ließe. Voran Prinz Eugen. Groß als Feldherr und Staatsmann,
war er auch ein Schätzer und Schützer der Kunst und Wissenschaft.
In seinem Hause in der I-Iimmelpfortgasse verwandte der einsam lebende
Mann alles, was er hatte, auf Werke der Kunst und Wissenschaft. Seinem
EinHusse wird es zuzuschreiben sein, daß schon hier durch Fischer von
Erlach, mehr aber noch in dem von Lucas von Hildebrandt für ihn errichteten
Gartenpalais auf dem Rennweg Vorahnungen des Rokoko sich in den
ausklingenden Stil der Spätbarocke mischen. Es unterliegt keinem Zweifel,
daß Prinz Eugen, der mit feinem künstlerischen Sinne begabt war, an Plan