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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 10)

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deren Riesensaal, Speisesaal und Salon Seiner Majestät uns die Fertigkeit 
tirolischer und salzburgischer Kunsthandwerker in der technischen Ver- 
wertung des reichen Motivenschatzes des österreichischen Rokoko offenbart. 
Auch zahlreiche aristokratische Palais in Wien und in Kronlandsstädten 
folgen zum Teil in ihrer Fassade, oft nur an den Portalen, vor allem aber in 
der Innenausstattung dem Stile der Zeit. Einer der interessantesten Paläste 
Wiens ist das Palais Paar (Wollzeile 30). Seit dem Ende des XVI. Jahr- 
hunderts befindet es sich im Besitz der Familie Paar, welcher von Rudolf II. 
 
Aus dem Palais des Fürsten Paar in Wien 
die Würde des Erbland-Postmeisters verliehen wurde. Es ist kein Zufall, 
daß die dem Palais gegenüberliegende Gasse den Namen Postgasse führt. 
Ein Stich aus den Jahren 1724 bis 1726 mit Darstellung der alten Stuben- 
bastei und des Einblickes in die Wollzeile zeigt die Palastfassade genau so, 
wie wir sie heute noch vor uns sehen. Sie dürfte, wie aus den Formen des 
Prachtportals hervorgeht, aus dem Jahre 1700 stammen. Hofanlage und 
Stiegenhaus sind ohne besonderen Prunk, wirksam durch die Raumgestaltung. 
Die ursprüngliche Innenausstattung ist im Laufe des XVIII. Jahrhunderts 
wiederholt umgestaltet worden. Nikolai, der Berliner Reiseschriftsteller, 
rühmt in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts diesen Palast, der 
damals dem Reichsgrafen Karl Josef Paar gehörte, als eine besondere
	        
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