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MAK

Full text : Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 11)

die Intarsien sind in der k. k. Fachschule von Cortina d'Ampezzo ausgeführt.

Mit Recht ist hier besonders auf die praktische Seite Wert gelegt. Wir wollen

dabei aufmerksam machen, daß uns die Holzeinlegearbeit für ähnliche

Zwecke sehr geeignet erscheint; sie bietet einen Schmuck und ist doch

leicht zu reinigen, während der Staub, der sich in Schnitzereien ansammelt,

wohl dazu beiträgt, den eigentümlichen Sakristeigeruch zu erzeugen.

In der Sakristei ist unter andern dann noch ein bloß untermalter Karton

von Krattner, ein Herz-Mariä-Bild für den Linzer Dom, äufgestellt, ein Werk

von ganz bedeutenden Vorzügen, so daß man nur die weitere Ausbildung

und die Durchführung für den Dom selbst wünschen kann.

Im nächsten Raume fällt zunächst der große farbige Karton Professor

Jettmars auf, der zur Vorlage für eine Tapisserie für die Kirche Santa Maria

Maggiore zu Trient bestimmt ist. Da in dieser Kirche die meisten Sitzungen

des Trientiner Konzils stattgefunden haben, hat man die Darstellung des

PHngstfestes, gewissermaßen als des ersten Konzils, gewählt. Der Raum,

den die Tapisserie einnehmen soll - zwischen dem Chorgestühl und der

darüberliegenden berühmten marmornen Orgeltribüne - ist verhältnismäßig

 niedrig und langgestreckt. Diese schwierigen Raumverhältnisse

sind vom Künstler aber sehr glücklich genutzt; die Bewegungen sind

außerordentlich gut abgewogen, der Ausdruck überzeugend, die Farben von

eigenem Reize. Daß die Farben auch für die Tapisserietechnik sehr glücklich

gewählt sind, sieht man an dem daneben aufgestellten bereits ausgeführten

Drittel der Arbeit. Wir treten dem Maler auch nicht zu nahe, wenn wir

sagen, daß die Farben im Gobelin noch besser wirken als im Bilde; der

Künstler wollte ja eben den Karton für einen Gobelin schaffen und mußte

daher vor allem an die spätere Wirkung denken. Diese ist nun aber ganz hervorragend,

 die Töne greifen wunderbar ineinander und schaffen Wirkungen,

die in keiner andern Technik zu erreichen sind. Vor einigen Jahren war es

Mode, Tapisserien mit breiten, wenig gegliederten Farbenflächen und in

matten Tönen zu schaffen. Auch die Pariser Manufaktur hat sich damit in

Turin einigermaßen bloßgestellt. Für die Gobelintechnik müssen kleinverteilte

 Farbenflächen und starke Farben gewählt werden; nur das entspricht

 in Wirklichkeit der Technik und der unvermeidlichen Umwandlung

der Farben durch die Zeit. Nur so gearbeitete Tapisserien können die eigentümlichen

 Vorzüge der Mache zeigen und nur solche werden mit der Zeit

immer schöner.

Die ausführenden Kräfte, die dem Gobelinatelier der k. k. Zentrallehranstalt

 für Frauengewerbe in Wien (unter der Abteilungsleiterin Frau Guttmann)

 angehören, haben hier jedenfalls eine treffliche Probe ihres Könnens

gegeben; sie werden es aber auch als Glück betrachten, durch den tätigen

Anteil des Künstlers zu immer neuer Vertiefung in die Kunst angeregt

worden zu sein.

Ein sehr merkwürdiges Bild ist noch in diesem Raume zu sehen: die

Darstellung der Bergpredigt, ein Wandbild von Ignaz Stolz für eine Kirche,
            
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