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Volltext: Musikalische Instrumente, Wiener Weltausstellung Heft 12

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Gruppe XV. Musikalische Instrumente. 
Namen mit der Thatund will viel languissantesimdtendres ausdrücken. 
Ihr Klang ist argentin oder siihern, dabei überaus angenehm und lieb 
lich.“ Die Erfindung, Metallsaiten unter die Darmsaiten zu legen, 
wurde für die Violinarten zu Anfang des 17. Jahrhunderts in England 
gemacht; denn Praetorius im Syntagma musicum (1619) sagt: „Jetzo 
ist in Engelland noch etwas sonderbares darzu erfunden / dass unter 
rechten gemeinen sechs Säitten (der Viol Bastarda) noch acht andere 
Stälene und gedrehete Messings Säitten/ uff eim Messingen Steige 
(gleich die uff den Pandoren gebraucht werden) liegen/ welche mit 
den Obersten gleich und gar rein eingestimmt werden müssen. Wenn 
nun der obersten darmern Säitten eine mit dem Finger oder Bogen 
gerühret wird / so resonirt die unterste Messings- oder Stälene Säitten 
per consensum zugleich mit zittern und tremuliren also / dass die Lieb 
lichkeit der Harmony hierdurch gleichsam vermehret und erweitert 
wird.“ 
Das Instrument passt besonders für den gebundenen Stil, für 
träumerische Melodien, für den Ausdruck des Entzückens und religiöser 
Empfindung, sie eignet sich für den Vortrag in einfachen und Doppel 
tönen, für Accorde von drei, vier und mehr Tonen. Ein besonderer 
Reiz liegt in dem Arpeggio und in den Flageolettönen der Viola d'a- 
tnour. Meyerbeer hat mit Glück von ihr Gebrauch gemacht in den 
Hugenotten, Raouls Romanze I. Act. Hector Berlioz und Andere 
bedauerten mit Recht das Verschwinden des Instruments aus den Or 
chestern. In neuester Zeit ist bei Spina in Wien eine Schule für die 
Viola d amonr (für Violinspieler) von J. Kral erschienen. 
In Bezug auf das Pädagogische sind besonders die Ausstellungs 
gegenstände des Herrn C. F. Schmidt in Wien bemerkenswerth, wel 
cher a) im Industriepalaste 11 B. Gruppe XV, b) im Unterrichtsmini 
sterium Gruppe XXVI und c) im Kinderpavillon folgende Erzeugnisse 
und Erfindungen vorführte: 
1) 12 Violinen, Nachahmungen der Charakteristiken von Stra- 
divarius, Josef und Andreas Guarnerius, P. Maggini, J.B. Ru- 
perus. Ein \iolon als specielles Ausstellnngsobject mit reich verzier 
ten Zargen und Boden, wozu die Ilolzdieke um l / 3 stärker, als die 
bisher übliche starke Ausarbeitung gehalten ist, dabei aber im Tone 
dem einer alten weichen Geige gleichkommt. 
2) Lehrhilfsmittel: 
a) Handleiter für sämmtliche Streichinstrumente aus Holz 
nach der I orm der regelrechten Instrumentenhaltung gebildet, mit 
vier Federn an demselben zu befestigen. Hierdurch soll dem Anfänger 
im ersten Stadium die regelrechte Haltung des Instrumentes beige 
bracht werden. 
b) Handleiter für sämmtliche Bögen aus Holz, bei dem Frosch 
des Bogens zu befestigen, hat Vertiefungen für die regelrechte Fingerlage.
	        
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