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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 1)

alten Mißverständnisses, fast überall noch das

Auge, das „Fenster der Seele" blind läßt!

Dem kapitellförmigen, rasch sich verjüngenden

Sockel von sechsseitigem Grundriß (der oben an

der Innentläche des Standbrettes und unten unmittelbar

 über dem einfach profilierten Auflager durch

sich kreuzendes Stabwerk noch einmal markiert

wird) ist an jeder Fläche die Halbiigur je eines (aus

Blattwerk aufstrebenden) musizierenden oder singenden

 Engelknaben im Chorrock vorgelagert (Abb. 8).

Die vier vordersten sind deutlich erkennbar: der

äußerste links hält ein geschlungenes Notenband in

den Händen und trägt ein

wulstartiges Band im gewellten

Haar, die Lippen sind zum

Singen geöffnet; der zweite

trägt eine Handorgel, der dritte

hält eine Tube in den schmallingerigen,

 spitz zulaufenden

Händen, während der vierte

auf einer Mandoline spielt.

Lange, in Stirn und Nacken

herabfallende Ringellocken, gewölbte

 Augäpfel in scharf

unterschnittenen Lidern, vortretende

 Stirnen und Backen

sowie ein charakteristisches,

schmales Stumpfnäschen bezeichnen

 den Stil dieser lebens- Abb "S" Hdlligcye" d"p'""s'

vollen Figürchen, welche die

flotte flächige Technik des Schnitzmessers unverwischt

erkennen lassen. Daß der jubilierende kleine Engelchor

 - wie strahlen die Gesichter von unschuldiger

Freude! - das Lob des großen Regensburger Bischofs

verkündigen soll, braucht wohl nicht erst gesagt zu

werden.

Vier weitere Engelknaben sind, auf einfach profilierten

 Konsolen und unter zierlichen Baldachinen

(zwischen deren einander durchschlingenden geschweiften

 Giebeln krabbenbesetzte Fialen emporstreben) zu

beiden Seiten des Heiligen an den Nischenwänden

angebracht. Sie sind sämtlich dem Kirchenpatron

zugewandt und drücken ihre Bewunderung und

Abb. 17. Engel in der Pezrus- _ _

nische Verehrung auf verschiedene Art aus. (Abb. 9 blS m).

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