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Full text: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 2)

sehr Bach gehaltene 
Reliefs, die wir im 
nächsten Abschnitt 
möglichst vollzählig 
besprechen wollen. 
von großer Feinheit 
schuf, ist Johannes 
dereigentlicheKünst- 
1er der Plastik. Seine 
Figuren, die er in 
erster Linie für Ofen- 
kacheln modelliert 
und in architekto- 
nisch und figural 
reich ausgestattete 
Umrahmungenkom- 
poniert, sind hoch 
im Relief oder nahe- 
zu vollrund gear- 
beitet. Erst in späte- 
ren Jahren mag er, 
dem Geschmack der 
Zeit, die der großen, 
mehr bildmäßig aus- 
geführten Kachel den 
Vorzug gab, folgend, 
das hohe Relief auf- 
gegeben und in der 
Art seines Vetters 
gearbeitet haben. 
_ _ _ _ , __ _ Ich möchte, be- 
Abb. 36. Venus Manna, glasierte Tonügur, dsterrelchisch-frankxsche Arbeit . 
aus dem Ende des XVI. Jahrhunderts, Graf Moritz Palffy vor Wlr zu den 
Kachelmodellen des 
Johannes Vest übergehen, hier noch eine freiplastisch gearbeitete und 
glasierte Figur im Besitze des Grafen Moritz Palffy erwähnen. Es ist eineVenus 
Marina (Abb. 36). Die Göttin steht auf einem Delphin und hält mit der Rechten 
die Segelstange über dem Haupte, während sie mit der andern Hand das 
Tuch des Segels an sich zieht. Das nach links austlatternde reiche Kopfhaar ist 
schwarz, der Delphin grün glasiert. Die Höhe der Figur mißt 70 Zentimeter, 
ist somit recht bedeutend. Vorläufig möchte ich es noch ablehnen, diese 
schöne deutsche Tonplastik für KasparI Vest, den Vater des Johannes 
oder für diesen in Anspruch zu nehmen; immerhin aber berechtigt ein 
Vergleich mit Arbeiten dieses Künstlers ihre Einreihung in die Gruppe 
der österreichisch-fränkischen Tonarbeiten des ausgehenden XVI. und
	        
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