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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 3)

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DIE AMERIKANISCHEN KUNSTAUSSTEL-LUNGEN

 IN DER SAISON 1911 BIS 1912 50 VON

KLARA RUGE-NEW YORK S0

IE letzte Saison hat uns wieder viele Ausstellungen

gebracht, darunter manche, die hervorragende

Leistungen boten. Wie gewöhnlich, war die Ausstellung

 des Newyorker Water Color Club die

früheste der Kunstausstellungen. Dieser Klub, der

verschiedene Krisen durchgemacht hat und vor

allem öfters an einem dilettantischen Impressionismus

 krankte, hat diesmal eine Ausstellung veranstaltet,

 in der impressionistische Farbenskizzen

vorherrschten, die sich durch eine virtuose

Technik hervortaten.

Der Beal-Preis, der einzige, den die Gesellschaft verleiht, wurde Colin

Campbell Cooper für sein Bild „Salem Residence" zuteil. Das Bild hat

einen gewissen poetischen Gehalt und zeigt eine Heimstätte aus der Kolonialzeit.

 Der Künstler, der den eigenartigen Reiz der amerikanischen Wolkenkratzer

 herausgefunden hat, hat auch die altmodische Schönheit eines Baues

aus Neuenglands Philosophenstädtchen zu erfassen verstanden. In Salem

hat Emerson gelebt sowie auch Whittier und andere Neuengland-Poeten.

Von Frau Lampert Cooper sah man Mietskasernen, schön und fein in der

Farbe, von Alathea Platt hübsche britannische Skizzen.

Eindrucksvoll wirkte das Bild „Prairie" von Eugene I-Iiggins, einem der

wenigen amerikanischen Proletarierrnaler. Seine düsteren Gestalten, denen

die Sonne des Glückes wohl nie gelächelt hat oder die aus der Höhe hinab

in die Tiefe des Elends gesunken sind, lassen nicht gleichgültig. Der Maler

wirkt namentlich durch gut wiedergegebene Lufttöne.

Unser bedeutendster Impressionist Childe Hassam war durch sechs Bilder

vertreten, von denen, wie immer, die Landschaftsmotive die iiguralen

bedeutend übertrafen.

Flott gemalte Pastelle, Figuren, die durch Frische der Farbe und der

Auflassung aufüelen, hatte Helen Winslow Durkee gesandt.

Überraschend war es, Elisabeth R. Hardenburgh als Blumenmalerin

zu begegnen. Ihre treHlichen keramischen Arbeiten sind hier schon öfters

besprochen und auch reproduziert worden. Jetzt zeigte sie einen fein getönten

Strauß unserer Herbstflora.

Auch die Winter- und Frühjahrsausstellung der Academy of Design

enthielt manches gute Werk.

In der Winterausstellung wurde der Carnegie-Preis, der dem besten

Ölbild zuteil werden soll, Edwin H. Blashfield für sein großes Gemälde

„Leben" verliehen. Es ist ein allegorisches Bild, das zeigen will, wie Leben

und Vergehen eng beieinander wohnen. Ein Kind blüht der Zukunft ento

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