201
ebenbürtig Otto Greiner. Die wenigen seiner Exlibrislithographien und
-radierungen beanspruchen als solche den höchsten Rang und sind oft
besprochen und reproduziert worden. Ungemein reizvoll sind die Kompositionen
Heinrich Vogelers-Worpswede. Vogeler verwandt, jedoch gewissermaßen
ins Süddeutsche übersetzt, ist Hans Volkert. Schlicht und ernst
zeigt sich Otto Ubbelohde, dessen Exlibris jedenfalls ansprechender sind
als die meist leider schlecht gedruckten Autotypien Eduard von Gebhardts.
Ungemein zweckentsprechend sind die Blättchen von ]ulius Diez in ihrer
köstlichen Lustigkeit (Abb. n). Eben solcher echter Münchner Humor zeigt
sich in dem Exlibris
Otto Blümels. Bruno
I-Ieroux besticht durch
seine technischen Qualitäten
undkönnte man
fast seinem kräftigen
I-lolzschnittdenVorzug
vor den öftersanÜberfülle
leidenden Radierungen
geben. Sogar
Wilhelm Busch hat für
seinen Freund Warnecke
ein kleines Blättchen
gezeichnet, welches
ebenso deutsch
anmutet wie die Algraphien
Hans Thoma's.
Hervorzuheben
wären weiter noch die
s.-f
die des jungen Münchners
I-Iubert Wilm.
Leiderscheintletzterer
den Wert der Radierung
zu überschätzen,
da seine früheren
Federzeichnungen als
Exlibris weit höher
stehen.
Als ein Künstler
von Rang und Können
zeigt sich Hanns Bastanier,
wenn auch
seine neueren Radierungen
einer gewissen
Süßlichkeit nicht entbehren.
Der früher bekanntesteExlibriszeich-
war Josef Sattler,
humoristischenBlätter der eine Zeitlang im
Mathilde Ades und Ausland als der einzige
deutsche Exlibriskünstler betrachtet wurde. Noch zahllose vortreffliche
deutsche Künstler schufen interessante und durchaus künstlerische
Exlibris, sie alle anzuführen ginge jedoch zu weit. Es erübrigt, die karikierten
Schwarz-Weiß-Blätter des sehr talentierten Emil Preetorius und
noch eines Künstlers hervorzuheben, welcher einen Typus für sich bildet:
Willi Geiger. Unzweifelhaft einer der originellsten und interessantesten
Künstler der Gegenwart - ein Beweis dafür seine zahlreichen Nachahmer.
Die raffiniert geistvolle Art, wie Geiger in seinen Exlibris persönliche
Beziehungen des Buchbesitzers zum Ausdruck bringt, muß Bewunderung
erregen (Abb. 12).
Mit diesem Großen sei der Reigen deutscher Exlibriskünstler geschlossen.
Die Schweiz reiht sich würdig an. Alfred Soder ist ein geschulter Beherrscher
der Radiernadel, Max Bucherer und Alfred Peter schaffen farbige vorbildliche
Holzschnitte, denen man wenig andere an die Seite stellen kann. Nicht zu
Abb. lz. Willi Geiger
25