Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 5)

einen andern Standplatz gehabt haben.

Diese Veränderungen gewinnen besondere

 Bedeutung, wenn man beachtet,

daß namentlich auch an dem Fensterpfeiler

 die geschnitzten Verzierungen

den Eindruck willkürlicher Zusammenstellung

 machen. Es scheint mir, als

seien sie dem Wappen zuliebe um diese,

wie ich glaube, spätere Zutat einfach

ringsherum genagelt (vgl. Abb. 4).

Die Wertschätzung für die Eigen-Am

 I} Spuckkäsmhen art des Porzellanzimmers ist aber auch

unter den späteren Besitzern nie erloschen.

 Das beweisen die Zutaten aus jüngerer Zeit. So hat die schöne

Wanduhr mit den Rokokoschnitzereien der Wandbekleidung nichts gemein.

Sie ist im anmutigsten Louis XVI-Stil ausgeführt (Abb. 7). Auf dem seitlich

ausladenden Gesimse eines durchbrochenen Holzträgers, auf dem der kreisförmige

 Uhrkasten ruht, sitzen zwei weibliche Hermen, deren Unterleib in

Blattranken und Fruchtgehängen endet.

Mit erhobenen Armen halten sie über ihre

Häupter ein Körbchen, dessen Blumen

und Blätter den oberen Abschluß bilden.

Die wohlabgewogenen Verhältnisse und

die bei aller Mannigfaltigkeit

doch sehr vornehme und reizvolle

 Komposition deutet auf

guteVorbilder. Daß aber auch

diese späte Arbeit sich noch

desselben Plattenschmuckes

aus vielgestaltigem Alt-Wiener

 Porzellan bedienen konnte,

 ist auffällig. Ganz dieselben

 Motive wie an den

Wandplatten kehren auch

an der Uhr wieder. Man kann

nicht annehmen, daß in den

siebziger Jahren noch jene

chinesischen Blütenzweige

neu angefertigt wurden. Die

peinliche „Stiltreue" und der

unerfüllbare Wunsch des h

XIX. Jahrhunderts, durch ß

Kopierung alte abgelebte

Zeiten wieder jung und Abb. 16. Armlchnstuhl


            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.