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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 8 und 9)

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alles nur streifen, aber nicht in vollem Bilde erfassen und genießen kann.

Verkürzungen und Überschneidungen trüben es; die Figur ist nicht unter

Berücksichtigung dieser angelegt, sondern als ein frontal zu schauendes

Werk. Zwar ruht das Haupt des Ritters auf einem weichen Pfühl, aber die

Füße sind nicht in Totenstarre untätig ausgestreckt, sondern sie stehen, sich

weich und biegsam anschmiegend, auf dem zottigen Löwen. Es ist der gleiche

Widerspruch, der uns bei den stehenden Grabdenkmälern begegnet, wenn

dort den sicher fußenden, mit offenem Blick uns begegnenden Rittern und

Priestern ein Kissen, ein Helm oder ein Buch unter das Haupt geschoben wird.



Abb. i. Hochgrab des Pfalzgrafen Aribo im IGoster Seeon

Betrachten wir die Deckplatte, wie wenn sie an der Wand stünde

(Abb. 2). Jetzt erst enthüllt sich uns ihre Größe, ihr Ernst, ihre Wucht. In

reiner Frontansicht und absoluter Vertikale steht der Pfalzgraf vor uns, und

die Vertikale der Figur bildet zugleich die Symmetrieachse. Die Urnrißlinie

der Figur, die Haltung und Funktion der Hände, die Stellung der Füße entsprechen

 sich in den beiden Hälften peinlich genau. Im allgemeinen hat die

Gestalt hierin eine ihren unmittelbaren Vorläufern, den Grabsteinen des Otto

von Pienzenau, gestorben 1371, in Ebersbergk oder dem Hilprand Taufkircher,

gestorben 1381, in Taufkirchen bei München" sehr verwandte Auffassung,

aber ihre Unterschiede differenzieren die drei Werke um ein Erhebliches.

Was bedeutet allein die exakte Parallelstellung der Füße bei Aribo gegenüber

der divergierenden Fußstellung bei jenen! Sie mutet zwar altertümlichbefangen

"' Die Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, I, 134g und Tafel xgg. ä Riebl, Geschichte der Steinund

 Holzplastik, S. 33.

f" Die Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, l, 820. - Riehl, a. a. 0., S. 34.

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