Lothringen trägt (abgebildet als Titelbild im Katalog der Wiener Porzellanausstellung
im Österreichischen Museum), sowie mit einem Relief im Stift
St. Florian, einer Engelgruppe mit den Leidenswerkzeugen Christi. Als
Modelleur kommt wohl der erste Modellmeister der Fabrik, Johann Josef
Niedermayr, in Betracht, der von der Akademie der bildenden Künste in die
Manufaktur gekommen war.
Arbeiten der Porzellanfabrik von L. Crette' zu Brüssel sind sehr selten.
Nach Jaennicke (Grundriß der Keramik, S. 821) gibt es in den Sammlungen
Reynolds und Staniforth Porzellane dieser Manufaktur. Eine vorn Troppauer
Museum im Kunsthandel zu Granada erworbene Milchkanne (Abb. 32) gibt
einen hohen Begriff von dem Können der Malerstube in dieser Brüsseler
Fabrik. Die Henkel, Ränder und Leibung des Gefäßes sind mit zierlichen
goldenen Girlanden, Ranken und Sternen bemalt. Ein vertikaler umziehender
brauner Fries mit gelben Scheiben und gekreuzten Goldstrichen gliedert die
Fläche. Die Vorderseite der Kanne ziert ein ovales, golden und blau umrahmtes
Feld mit buntem Tierstück in kräftigen leuchtenden Farben, eine
Ente mit jungen vor einem Gehöfte darstellend. Auf dem Boden steht die
eisenrote Signatur: „L. Crette rue d'Arembourg a Bruxelles 1791." Eine
Milchkanne von derselben Form und ähnlichem Dekor aus der gleichen
Fabrik ist bei Chaffers in der neuesten Auflage der „Keramic Gallery"
abgebildet.
OLDENBURGER HOLZSKULPTUREN VOLKS-TUMLICHER
ART Sie VON TH. RASPE-OLDEN-BURG
Sie
IE Stellung des neuzeitlichen Kunsthandwerks zu
unseren Museen hat sich im Laufe der Jahrzehnte
bekanntlich erheblich verändert. Da jedoch
diese Veränderung in der allgemeinen Kulturbewegung
eine gemeinsame Quelle hat, so war
es gegeben, daß die Kunstgewerbemuseen selber
einen vollkommenen Wandel durchmachten oder
noch durchmachen. Nur noch in abgeschwächtem
Maße streben sie danach, dem Handwerk Vorbilder
zu liefern, wie es anfangs ihre Bestimmung
war. Immerhin wäre es mitunter recht anregend,
wenn sich die Wechselbeziehungen wieder belebten und unsere Kunsthandwerker
sich selber überzeugten, welch technischer und künstlerischer
Reichtum in den alten Werken schlummert.
In den Abbildungen werden einige unbekannte Holzfiguren des Oldenburger
Kunstgewerbemuseums veröffentlicht. Sie sollen die unverhüllte
Arbeit des Schnitzmessers zeigen, andrerseits auf die eigenartige Größe