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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 11)

Lothringen trägt (abgebildet als Titelbild im Katalog der Wiener Porzellanausstellung

 im Österreichischen Museum), sowie mit einem Relief im Stift

St. Florian, einer Engelgruppe mit den Leidenswerkzeugen Christi. Als

Modelleur kommt wohl der erste Modellmeister der Fabrik, Johann Josef

Niedermayr, in Betracht, der von der Akademie der bildenden Künste in die

Manufaktur gekommen war.

Arbeiten der Porzellanfabrik von L. Crette' zu Brüssel sind sehr selten.

Nach Jaennicke (Grundriß der Keramik, S. 821) gibt es in den Sammlungen

Reynolds und Staniforth Porzellane dieser Manufaktur. Eine vorn Troppauer

Museum im Kunsthandel zu Granada erworbene Milchkanne (Abb. 32) gibt

einen hohen Begriff von dem Können der Malerstube in dieser Brüsseler

Fabrik. Die Henkel, Ränder und Leibung des Gefäßes sind mit zierlichen

goldenen Girlanden, Ranken und Sternen bemalt. Ein vertikaler umziehender

brauner Fries mit gelben Scheiben und gekreuzten Goldstrichen gliedert die

Fläche. Die Vorderseite der Kanne ziert ein ovales, golden und blau umrahmtes

 Feld mit buntem Tierstück in kräftigen leuchtenden Farben, eine

Ente mit jungen vor einem Gehöfte darstellend. Auf dem Boden steht die

eisenrote Signatur: „L. Crette rue d'Arembourg a Bruxelles 1791." Eine

Milchkanne von derselben Form und ähnlichem Dekor aus der gleichen

Fabrik ist bei Chaffers in der neuesten Auflage der „Keramic Gallery"

abgebildet.

OLDENBURGER HOLZSKULPTUREN VOLKS-TUMLICHER

 ART Sie VON TH. RASPE-OLDEN-BURG

 Sie

IE Stellung des neuzeitlichen Kunsthandwerks zu

unseren Museen hat sich im Laufe der Jahrzehnte

 bekanntlich erheblich verändert. Da jedoch

diese Veränderung in der allgemeinen Kulturbewegung

 eine gemeinsame Quelle hat, so war

es gegeben, daß die Kunstgewerbemuseen selber

einen vollkommenen Wandel durchmachten oder

noch durchmachen. Nur noch in abgeschwächtem

Maße streben sie danach, dem Handwerk Vorbilder

 zu liefern, wie es anfangs ihre Bestimmung

war. Immerhin wäre es mitunter recht anregend,

wenn sich die Wechselbeziehungen wieder belebten und unsere Kunsthandwerker

 sich selber überzeugten, welch technischer und künstlerischer

Reichtum in den alten Werken schlummert.

In den Abbildungen werden einige unbekannte Holzfiguren des Oldenburger

 Kunstgewerbemuseums veröffentlicht. Sie sollen die unverhüllte

Arbeit des Schnitzmessers zeigen, andrerseits auf die eigenartige Größe


            
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