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Full text: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 10)

Tapfern aus dem Volke. Nicht die 
Großen, die Führer und Generäle. 
Nein, die unbekannten und un- 
gezählten Todesopfer, deren Na- 
men zahlreiche-Holztafeln aus 
Kirchen kleiner, armer Gemein- 
den in rührend schlichter Wei- 
se der Vergessenheit entrissen 
haben. 
Ein Ungeheures, ein in sei- 
ner gewaltigen Größe kaum zu 
Fassendes hat sich in den geschil- 
AusstellunglzurJahrhundenfeier der Befreiungskriege. Dose deftßn dfei Abschnitten VQf 111'1- 
232321113:EäläiäiiäicfillhiZliillifäliifiiillfß Seren Auge" aufgeta", und tief 
in Stockholm) ergriffen von all der I-Ieldenhaftig- 
keit, der unerschöpflichen Wider- 
standskraft und hinreißenden Begeisterung des deutschen Volkes verlassen 
wir diesen Teil der Ausstellung, um, den Boden friedlicher Arbeit betretend, 
ins bürgerliche Leben wieder zurückzutinden. 
Zunächst wird uns das Post- und Verkehrswesen jener Zeit in seiner 
uns halb komisch, halb gemütlich erscheinenden Schwerfälligkeit gezeigt. 
Schöpfungen der bildenden Künste, Münzen, Medaillen und militärische 
Ehrenzeichen sowie sonstige kunstgewerbliche Erzeugnisse füllen die zwölf 
folgenden Räume. In einem derselben wird uns die Keramik und Goldschmiede- 
kunst dieser Periode vorgeführt, zahlreiche prächtige Erzeugnisse der Ber- 
liner Porzellanfabrik, mit ihrem malerischen Schmuck, fast durchwegs unter 
dem Zeichen des Krieges stehend, glänzende Leistungen von Sevres und 
andern französischen Manufakturen mit Malereien von höchster Delika- 
tesse, Wiener Porzellan und anderes. Das Gebiet der Goldschmiedearbeiten 
ist durch vortreffliche Erzeugnisse aus zahlreichen deutschen Städten wie 
Berlin, Breslau, Dresden, Wien und Graz vertreten, denen sich Arbeiten 
berühmter Pariser Goldschmiede 
wie Biennais, Odiot und anderer 
anreihen. Ebenso ist die Bijouterie- 
arbeit, namentlich auf dem Gebiete 
der Dosen durch wahre Wunder- 
werke des Geschmacks und der 
Exaktheit repräsentiert. Die Glas- 
industrie führen uns namentlich 
zahlreiche reizvoll dekorierte schle- 
sische Hohlgläser mit Gravierun- 
gen und allerlei subtilem Kunst- 
Schliff sowie mit durchscheinender 
 
 
Ausstellung zur Jahrhundertfeier der Befreiungskriege. 
Dose von Nitot a F115 (w. von stieß", Heidelberg) Schmelzmalerei vor. Ein höchst
	        

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