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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 10)

weißer Schrift die Worte: „Das deutsche Handwerk Ausstellung Dresden" und schwarz

darunter: 1915. Als Wahrzeichen des Handwerks krönt die Marke der Hammer.

LENS BURG. AUSSTELLUNG IM KUNSTGEWERBEMUSEUM.

Der Flensburger Verein für Kunst und Kunstgewerbe veranstaltete im Flensburger

Kunstgewerbemuseum eine 227 Nummern zählende Ausstellung von Werken des Dresdener

Malers August Wilckens. Der Künstler ist geborener Schleswig-I-Iolsteiner, und seine

bedeutendsten Werke sind auch in Schleswig-Holstein entstanden.

Wilckens wurde x87o in Kabdrup bei Hadersleben geboren, besuchte die Schule der

Christiansfelder Brüdergemeinde und erhielt seinen ersten Fachunterricht bei einem

Dekorationsmaler. Nach mehrjähriger Ausbildung an der Münchener und der Nürnberger

Kunstgewerbeschule und nachdem er weitere Jahre in lithographischen Anstalten

gearbeitet hatte, kam er nach Dresden, wo er an der Akademie hauptsächlich bei Gotthard

Kuehl seine künstlerische und technische Erziehung vollendete. Später machte er Studienreisen

 nach Paris und Italien und nahm dann seinen ständigen Wohnsitz in Dresden. Den

Sommer verbringt er regelmäßig im Norden, wo er seit einer Reihe von Jahren auf der

dänischen Insel Fang! ansässig ist.

FFENBACH AM MAIN. Der Verein für Kunstptlege versendet soeben seinen

Bericht über drei Jahre. Es ist die einzige Vereinigung, die in einer Stadt von

8o.ooo Einwohnern für die Künste sorgt, aber er ersetzt alles durch vielseitige Rührigkeit.

Ihm verdankt Offenbach, dal] es seit sechs Jahren in Vorträgen auf dem Laufenden über

künstlerische Kultur gehalten wird, daß ihm die Kunstschätze der Heimat, der Nachbarstädte

 in Führungen nahegebracht, daß Konzerte und gewählte Theateraufführungen

veranstaltet werden. Seit einem halben Jahr ist mit der Anstellung eines offiziellen

Kunstpilegers das Programm um ein Bedeutendes erweitert worden. Man hat eine

sogenannte Monatsschau eingerichtet, in welcher allmonatlich die neuesten Veröffentlichungen

 der führenden Kunstzeitschriften mittels des Epidiaskops einem großen Publikum

vorgeführt werden, so daß sich jeder fortlaufend über den Gang unserer Kunstentwicklung

unterrichten kann. Ein erstes Preisausschreiben für die Schuljugend wurde erlassen zur

Beantwortung der Frage, welches Gemälde im Städelschen Museum in Frankfurt am Main

die Kinder für das schönste hielten und warum. Der Erfolg war nach der Qualität der

Antworten überzeugend günstig; die Kinder, meist im Alter von 12 bis 15 Jahren, hatten

sich nicht nur künstlerisch gute Bilder herausgesucht, darunter mit Vorliebe solche, welche

stilles Interieur und schönes Spiel des Lichtes darstellten (also zweifellos aus rein

ästhetischen, nicht etwa inhaltlichen Motiven), sondern sie hatten auch ihre Ansichten

ohne jedes vorlaute Aburteilen in teilweise höchst anziehenden, schlichten und klaren

Worten aufgeschrieben. Eltern hatten in einem Fall den Aufsatz gemacht, wie sich herausstellte:

 der gehörte aber zu den schlechten! Auch die Preise durften sich die Ausgewählten

selber nach ihrer Rangordnung heraussuchen, und hier machte sich ihr Instinkt für reine

Kunstwirkung unmittelbar und vor den Augen der Öffentlichkeit geltend, da die ersten sich

auch wirklich die besten der 20 ausgesetzten Bilderpreise (Künstlersteindrucke und so

weiter) wählten. - Endlich gelang es auch, zum erstenmal in Offenbach eine Ausstellung

zu veranstalten, die ausgezeichnetes Material an Kaufmannskunst brachte. Bisher stand

zu dergleichen überhaupt kein Lokal zur Verfügung. Erst der glänzende Neubau der

Technischen Lehranstalten durch ihren Direktor, Professor Hugo Eberhardt, schuf in

dem großen Vortragssaal, einem Raum von edlen Verhältnissen, zugleich auch den

Ausstellungsraum, der für Kulturaufgaben in Offenbach höchst notwendig geworden war.

In dem vor kaum dreiviertel Jahren bezogenen Neubau der Lehranstalten (welche Kunstgewerbeschule,

 Maschinenbau- und Handwerkerschule zugleich enthalten) hat die Stadt

nicht nur ein musterhaft eingerichtetes und wahrhaft monumental gebautes Schulhaus

erhalten, sondern auch die Lösung eines stadtbaulichen Problems von erstem Rang. Es
            
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