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Full text: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 10)

galt, das Isenburger Schloß, ein reizendes Renaissancewerk am Ufer des Mains, mit 
seinen drei der Stadt zugewendeten Arkadengeschossen in ein bauliches Gesamtbild 
einzubeziehen, das ihm seinen ehemaligen Charakter als Flügel eines Schloßhofes wieder- 
gab. Denn bisher hatte es in sehr unwürdiger Umgebung frei gestanden, vernachlässigt 
und doch das einzige alte Bauwerk Offenbachs von Bedeutung. Eberhardt baute nun die 
Technischen Lehranstalten in zwei rechtwinkligen Flügeln so vor dem Schloß, daß sie es 
gegen die Stadt völlig deckten und im Innern mit ihm gemeinsam drei Seiten des Hofes 
bildeten, der jetzt erst die zierliche Ornamentik der Schloßarkaden sinngemäß zur Geltung 
bringt. Man gelangt von der Stadt nur durch das gewaltige Gewölbe einer Unterführung in 
den Lehranstalten hinein und genießt so eine erfreuliche Überraschung, gesteigert durch 
die liebliche Mainlandschaft hinter dem Schloß. Die Bauformen der Lehranstalt hielt 
Eberhardt absichtlich einfach, flächig, geschlossen, um das Schloß dominieren zu lassen. 
Die vierte, noch offene Seite des Hofes wird hoffentlich mit einer Kunsthalle zugebaut 
werden. Dr. Paul F. Schmidt 
E NED I G. ELFTE INTE RNATI O NALE KUNSTAUSSTE LLUN G 
1914. Die Stadt Venedig eröffnet im Jahre 1914 ihre vom x5. April bis 31. Oktober 
dauernde elfte Internationale Kunstausstellung. In derselben finden Gemälde, Skulpturen, 
Miniaturen, Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte und kunstgewerbliche Gegenstände 
Aufnahme. Die Ausstellung ist als eine auserlesene Sammlung origineller Werke gedacht 
und soll jeder Bestrebung und jeder Technik offen stehen. 
IEN. BLÜMENFELD-STIFTÜNG. Aus der Ignaz Blumenfeld-Widmung 
fürMaler ist ein Stiftplatz im Betrage von x 500 Kronen frei. Bewerbungsberechtigt sind 
der Malerei sich widmende israelitische junge Männer mit besonderen Anlagen und bereits 
bewährten Leistungen. Österreichische oder ungarische Staatsangehörige sind bevorzugt. 
Gesuche sind bis längstens 31. Dezember 1. J. bei dem Vorstand der israelitischen Kultus- 
gemeinde, Wien, 1., Seitenstettengasse 4, einzubringen. 
AI-IRBUCH DES DEUTSCHEN WERKBUNDES 1913." In diesem Jahre 
bringt der Deutsche Werkbund seinen Freunden und Mitarbeitern eine Gabe, welche 
wohl geeignet ist, den Kreis seiner Anhänger zu vermehren und die Mitwirkenden stolz 
zu machen. 
Der reiche Inhalt des Textes enthält außer den wertvollen Berichten über die wich- 
tigsten im Laufe befindlichen Angelegenheiten und Tagesfragen (unter andern über die 
Werkbundausstellung zu Köln 1914) einige eingehende Erörterungen auf dem Gebiete der 
fruchtbarsten Betätigung deutscher Werkkunst. Die Leistungen der jüngsten Zeit auf dem 
Gebiete des Industriebaues, des Warenhauses und der damit zusammenhängenden kunst- 
gewerblichen Einrichtungen gehören zu den wertvollsten Errungenschaften des neuzeit- 
lichen Bauwesens überhaupt. 
Wenn irgendwo, so ist gerade hier aus neuen Bedürfnissen, neuen Techniken und 
neuen Materialien heraus, durch Mitwirkung von Künstlern, eine Reihe von Werken ent- 
standen, die am schlagendsten für den Gedanken der Qualitätsarbeit, für die Durchdringung 
des Handwerks mit künstlerischem Geist, für das Heranwachsen einer neuen und großen 
künstlerischen Ausdrucksweise zeugen. Es sind Bauwerke geschaffen worden, die im besten 
Sinne neu, großzügig und schön sind, wirkungsvoll und zweckmäßig bis ins kleinste Detail. 
Industrie und Handel waren Auftraggeber, Zweckbestimrner - Künstler haben ihre 
Forderungen in edler und tüchtiger Weise erfüllt. 
Es ist kein Zufall, daß gerade auf diesem Gebiete eine enge Berührung mit amerika- 
nisehen Leistungen eintrat, die uns schon seit langem durch ihre kühne, sachliche und 
klare Art vorbildlich waren. Diese Vorbilder erreicht und in bezug auf edle Gestaltung 
V Verlegt bei Eugen Diederichs. Jena.
	        

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